11. März 2010, 00:00 Uhr

Glückliche Orte für Menschen der Spremberger Region

Spremberg Das Glück hat einen Ort. Wo Menschen der Spremberger Region glücklich sind, wo sie entspannen und immer wieder gern hin zurückkehren, das wollte die RUNDSCHAU wissen.

Den Weg entlang der Stadtbahntrasse, über die Bergstraße und über die Spree zur Liebesinsel war Albrecht Papenroth (70) schon als Kind gern gewandelt. Seit mitte der 1990er-Jahre ging das nicht mehr. Erst ist die marode Brücke zur Liebesinsel gesperrt, dann ist sie abgerissen worden. Nicht hinnehmbar für den Romantiker Papenroth, der zwischen Spree und Umfluter den Dompfaff und die Nachtigall beobachtet hat. „An der Spitze Richtung Cantdorf stand früher mal eine Bank. Und wenn dann die Sonne unterging …“ Papenroth hat seine Kontakte spielen lassen, einen Wettbewerb initiiert, Studenten der Senftenberger Fachhochschule haben daraufhin Brückenmodelle gebaut und die Stadt hat einen Auftrag ausschreiben lassen. Ab dem 8. August 1997 war die Passage auf die Liebesinsel wieder möglich. Albrecht Papenroth hat damit vielen Sprembergern einen romantischen Ort erschlossen, den sie in angenehmer Erinnerung behalten haben. Dass er der Retter der Liebesinsel sei, wehrt Papenroth bescheiden ab. „Vielleicht der Initiator“, sagt er. Wie auch immer, um die Liebesinsel mache er beim Spaziergang mit seiner Frau keinen Bogen.

Für den weit gereisten Spremberger Klaus Piersig (54), Regionalstellenleiter der Kreisvolkshochschule, wo er mal weit schauen und durchatmen kann. „Zum letzen Mal war das im Herbst auf der Festung Königstein. Wir stand oben, sahen die Herbstfärbung rundum und unten die Elbe. Das war wirklich wie in einem Rosamunde-Pilcher-Roman“, sagt Klaus Piersig und seufzt ein bisschen zwischen den Umzugskisten, mit der die Kreisvolkshochschule gerade in die Rektorenvilla am Gymnasium umgezogen ist.

Wasser ist der Ort, an dem sich Andrea Lamm (52), die Kämmerin der Spremberger Stadtverwaltung, glücklich fühlt. „Und im Fahrradsattel. Ich radle sehr gern durch die Natur und am liebsten durch den Spreewald.  Orte zum Innehalten gibt es da rechts und links der Radwege sehr viele. So eine Tagestour von Spremberg aus macht mich schon glücklich. Möglichst mit Fahrtwind von hinten oder von der Seite“, sagt Andrea Lamm.

Revierförster Uwe Walloßek (47) ist glücklich, wenn er mit seiner Frau Anke tanzt – und das an recht vielen Orten. „Aber wenn Sie mich als Forstmann fragen, ist mein sicherster Ort für Glücksmomente das Reuthener Moor. Da gibt es immer etwas zu entdecken. Wenn wir dienstags hier in der Oberförsterei einen langen Tag haben und ein Waldbesitzer nach dem anderen mit seinem Problem kommt, tut es gut, für eine Stunde noch einmal raus zum Moor zu kommen. Aber auch am frühen Morgen ist es wunderbar – wenn die Sonne hinten über den Berg hoch kommt“, sagt Uwe Walloßek. Und fürs Glück früh aufzustehen, das mache ihm nichts aus, schließlich sei er ein Lerchenmensch. „Am schönsten ist das Reuthener Moor im Frühling und im Herbst. 

Aber halt, auch der Winter in diesem Jahr hatte seinen Reiz“, so der Revierförster. Auch die Kraniche, Boten des Glücks, habe er jetzt schon gesehen. Und manchmal höre er die großen Vögel sogar von der Oberförsterei am Reuthener Waldweg aus.
  
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Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 14:03 Uhr
Autor: kg / ani

kg / ani

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