Gedenktafel für einen Tschernitzer
Am Geburtshaus von Erich Melcher weist ein Schild auf den Widerstandskämpfer hin
Tschernitz Eine Gedenktafel erinnert seit Kurzem an den aus Tschernitz stammenden antifaschistischen Widerstandskämpfer Erich Melcher. Zu seinem 120. Geburtstag ist die Tafel an dessen Geburtshaus an der Cottbuser Straße in Tschernitz angebracht worden.
Chronist Paul Wernitz hat sich eingehend mit dem Leben des Erich Melcher beschäftigt und alle Erkenntnisse in einer von ihm verfassten Biografie zusammengestellt. So sei Erich Melcher Ende Januar 1892 als ältester Sohn des Kaufmannes Otto Melcher in Tschernitz geboren worden. Nach der Schulzeit lernte er in Muskau Schlosser und ging als Geselle auf Wanderschaft in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Er wurde früh politisch aktiv – als Gewerkschaftsfunktionär und Spartakist. „Er hatte den Mut, gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen und führte dabei Kommunisten und Sozialdemokraten zusammen“, erzählt Wernitz. Weil Erich Melcher Flugblätter und Broschüren verfasste, wurde er von den Nazis zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf einem wohl schon illegalen Parteitag der Sozialistischen Arbeiterpartei 1933 trat er als Diskussionsredner auf, der spätere Bundeskanzler Willy Brandt war der jüngste Delegierte dieses Parteitages. Im August 1937 wurde Melcher erneut verhaftet und nach Buchenwald gebracht, wo er das KZ mit aufbauen musste. 1944 wurde Melcher nach Majdanek überführt und später auf einen Todesmarsch nach Auschwitz geschickt, den er nur knapp überlebte. 1944 wurde er in die SS Division Dirlewanger gesteckt, aus der er mit Mithäftlingen desertieren wollte. Im Dezember 1944 verliert sich dann seine Spur in Ungarn.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:18 Uhr
Autor: cw

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