08. Februar 2010, 00:00 Uhr

Für Ei und Speck rennen Korbler vorneweg

Mit den „Weskower Blasmusikanten“ auf Zampertour / Einwohner stärken die rund 50 Zamperer

Das Zampern auf den Dörfern der Spremberger Region hat eine lange Tradition. Im Januar und Februar ziehen kostümierte Zampergruppen durch die Dörfer. So ist das auch im Spremberger Ortsteil Weskow. Rückt der Zampertermin näher, werden die Utensilien für das entsprechende Outfit gesucht. Einige Zamperfreunde leihen sich ein Kostüm aus, andere holen die alte Schürze und den Hut aus Omas Kleiderschrank.

Silvia Pfeiffer (r.) gehört zu den Einwohnern, die die Zamperer versorgen.
55 Zamperfreunde trafen sich am Samstagmorgen vor dem Feuerwehr-Gerätehaus. Die „Weskower Blasmusikanten“ sicherten die Tour durch den 940 Einwohner zählenden Ortsteil musikalisch ab. Und auch Ortsvorsteher Dr. Ingo Giersch lässt es sich seit Jahren nicht nehmen, mit auf Tour zu gehen und mit den Einwohnern ein Tänzchen zu wagen. „Bei dieser Gelegenheit kommt man gleich mit den Bürgern zusammen und wechselt das eine oder andere Wort“, so Dr. Ingo Giersch. In diesem Jahr waren die Korber Hans-Dieter Gottschalk, Ralf Noack sowie Joachim Kantor dabei. Sie eilen voraus und sammeln Eier und Speck in Kiepen und Körben. Diesmal kamen über 400 Eier zusammen.

Für diesen Tag ist Hans-Dieter Gottschalk Jahr für Jahr besonders kreativ. Am Samstag hatte er sich als Teufel verkleidete. „Irgendetwas Originelles bastele ich dann schon zusammen. Ich bin schon als Messemännchen, Tannenbaum oder Duschkabine gegangen“, erinnert sich Hans-Dieter Gottschalk. Für jede Menge Glühwein, Tee und Fettstullen sorgen jedes Jahr Gudrun und Gerald Scholta, wo es einen größeren Zwischenstopp gibt. Bei Kornischens wartete auch Pferd „Lotte“ auf die Zamperer, denn es gibt dann viele Streicheleinheiten außer der Reihe. Die Weskower Einwohner sind jedes Jahr sehr spendabel und bewirten die Zamperer mit Speisen und Getränken. Diana Keitel und Sabine Dobbermann hatten mehrere Bleche Kuchen gebacken. Die Zamperer wählten zwischen Zucker- und Zwiebelkuchen sowie Pizzaschnecken und herzhafteren Speisen. Nicht weit entfernt warteten Silvia Pfeiffer und Waltraut Schulze. „Meine Mutti steht dann immer zeitig auf, damit die Quarkkäulchen auch frisch sind, das macht sie schon viele Jahre so. Das ist eine schöne Tradition auf dem Dorf“, so Silvia Pfeiffer. „In diesem Jahr kam es auch vor, dass die Anwohner zwar nicht zu Hause waren, aber Getränke am Eingang hinstellten. Das ist doch eine sehr nette Geste der Weskower“, sagte der Ortsvorsteher. Für die Mittagsversorgung fühlten sich Martina Kretschmer, Carola Kantor und Jürgen Walther verantwortlich. 40 Kilogramm Kartoffeln hatten sie für die Suppe geschält.

Seit vielen Jahren begleiten die „Weskower Blasmusikanten“ die Zamperer musikalisch und greifen dabei aus einem Repertoire von 50 Titeln. Gunter Balko ist der künstlerische Leiter, und seit kurzer Zeit hat der 45-jährige Andreas Nothnick das Management der Musiker inne. „Bereits im damaligen Pionierblasorchester habe ich ein Musikinstrument spielen gelernt, was heute von Vorteil ist. In der Zamperzeit sind wir jedes Wochenende unterwegs, es macht Spaß“, so Andreas Nothnick aus Koppatz, der sein Musikinstrument, ein Bariton, fest unter den Arm klemmte. „Bei stärkerem Frost kommt es auch vor, dass das Kondenswasser im Instrument gefriert. Dann müssen wir präparieren, das Instrument umwickeln oder es auch mal in einem Raum auftauen lassen“, sagte Musiker Toralf Simmang. Den Abschluss der Zampertour 2010 bildete am Samstag das gemeinsame Eieressen in der Feuerwehr. „Vom Erlös des Zampergeldes wird die Kapelle bezahlt, und am 20. Februar sind alle Einwohner zu unserem Fastnachtstanz in der Feuerwehr eingeladen“, so der Chef der Weskower Feuerwehr, Reinhard Wagner.
Über 50 Zamperer ziehen durch Weskow. Fotos: Martina Arlt
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Erstellt am: 08. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2010, 09:27 Uhr
Autor: Von Martina Arlt

Von Martina Arlt

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