02. Oktober 2010, 00:00 Uhr

Einstiegsqualifizierung für Jugendliche in Spremberg begonnen

Spremberg Mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) wollen sich 45 Jugendliche beim Arbeitgeber für eine Berufsausbildung empfehlen. Dabei steht ihnen der Cottbuser Verein Soziale Vielfalt zur Seite, der in Spremberg eine Außenstelle aufgemacht hat.

Julia Jonas (17) aus Döbern weiß genau, was sie werden will: medizinische Fachangestellte bei einer Arztpraxis im Forster Krankenhaus. Aber einen Ausbildungsplatz hat sie noch nicht. Das soll sich mit einer Einstiegsqualifizierung beim Cottbuser Verein »Soziale Vielfalt« ändern.

Am vergangenen Freitag hat der Verein in seiner Spremberger Außenstelle 45 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren aus Forst, Spremberg, Welzow und Döbern in seine Obhut genommen. »Hier können sie sich ausprobieren und motivieren lassen«, sagt Anja Siedentopf, Teamleiterin Jugendfallmanagement beim Eigenbetrieb Grundsicherung für Arbeitsuchende des Landkreises. Die EQ-Maßnahme, eine »sehr flexible und individuelle Vorstufe für die Ausbildung«, laufe seit drei Jahren erfolgreich. »Mehr als die Hälfte der Jugendlichen haben nach ihrer Einstiegsqualifizierung einen Ausbildungsplatz erhalten«, sagt Anja Siedentopf.

Nach einer bundesweiten Ausschreibung habe der Verein Soziale Vielfalt den Zuschlag vom Eigenbetrieb bekommen. Dahinter stehe eine sechsstellige Summe, mit der die Jugendlichen innerhalb von sechs bis neun Monaten fit gemacht werden sollen für den Berufsausbildungseinstieg. Ihnen zur Seite stehen Sozialpädagogen. »Wir begleiten die Jugendlichen, machen mit ihnen einen Berufswahltest und erstellen daraufhin ein Profil«, erklärt Brit Bannat, die Geschäftsleiterin des Vereins Soziale Vielfalt. Berufspraktika werden auf Wunsch der Jugendlichen oder auf Anraten der Sozialpädagogen vermittelt. Seinen Praktikumsplatz beim Holzfachmarkt & Sägewerk der Gebrüder Noack in Sellessen hat Viktor Baumann (18) so gut wie in der Tasche. Dort seien auch sein Vater und sein Onkel tätig. »Ich muss nur noch die Einstiegsqualifizierung machen«, sagt der Spremberger. Es ist sein erster Versuch, eine Lehrstelle zu bekommen. Für Mathias Kolb (23) aus Welzow ist es der zweite Versuch. »Ich habe eine Lehre begonnen, aber die Theorie nicht geschafft und dann abgebrochen«, sagt er. Seit Mai habe er Bewerbungen geschrieben, ohne Erfolg. »Leider zu spät« oder »schon besetzt«, habe es geheißen. Jetzt will Mathias Kolb Elektriker oder Kfz-Mechatroniker werden. »Das hat mein Test ergeben«, sagt er. »Ich bin mobil und irgendwie geht's immer weiter.«

Kathleen Wolf (24) aus Forst hat mit 16 Jahren angefangen, Ergotherapeutin zu lernen. Nach zwei Jahren hat sie die Lehre geschmissen. »Ich habe nur Stress gehabt«, sagt sie und hat sich völlig neu orientiert. Sie sagt: »Bei Vattenfall in Cottbus habe ich mich als Bürokauffrau beworben und bin in die Datenbank aufgenommen.« Zuvor hatte Kathleen Wolf einen Test absolviert, bei dem sie »überraschend bei 49 Prozent Bürokauffrau gelandet« sei. Jetzt will sie ihre Chance packen.

Kontakt: Soziale Vielfalt e.V. in 03130 Spremberg, Georgenstraße 6, Telefon 03563 6080401.

Anja Siedentopf.
Brit Bannat.
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Erstellt am: 02. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Oktober 2010, 13:42 Uhr
Autor: Von Klaus Gentzsch

Von Klaus Gentzsch

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