06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Das Wasser muss weg – bloß wie?

Bürger erwarten Konzepte gegen feuchte Keller und überflutete Gärten in Trattendorf

Trattendorf Eineinhalb Jahre, nachdem das Wasser kam, ist bei Familie Samieske aus Trattendorf noch immer „Land unter“ im Garten hinter dem Haus am Wiesenweg. Kniehoch steht das Wasser an der tiefsten Stelle auf der Wiese und ist längst zu einem morastigen Sumpf geworden. Zurzeit ist der ungewollte Teich indes zur dicken Eisschicht erstarrt. Samieskes und weiterebetroffene Kleingärtner und Hausbesitzer aus Trattendorf hoffen, jetzt endlich eine Lösung für ihr Problem auf den Tisch zu bekommen.

Dort, wo jetzt eine weiße Eisfläche zu sehen ist, steht in Simone Samieskes Garten alles voller Wasser. Foto: Catrin Würz Foto: Catrin Würz
Genau ein Jahr, nachdem die Stadt Spremberg und der Bergbausanierer LMBV den Trattendorfern geologische Untersuchungen zur Ursachenerforschung versprochen hatten, sollen die Ergebnisse nun in einer Bürgerversammlung öffentlich präsentiert werden. „Das Ingenieurbüro IPRO Lausitz hat diese Untersuchungen für uns durchgeführt“, sagt Volker Krause von der Pressestelle der LMBV in Senftenberg.

Weil Trattendorf gerade im Grenzbereich der bisher eingeräumten bergbaulichen Beeinträchtigung liegt, haben Experten untersucht, inwieweit die nassen Keller und überfluteten Gärten zwischen Heimchenweg und Trattendorfer Straße tatsächlich vom Grundwasserwiederanstieg nach dem Ende des Bergbaus her rühren. Auf der Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch soll den Trattendorfern reiner Wein eingeschenkt werden.

Eine Lösung wie in Zerre

Ortsvorsteher Fritz Dubiel verspricht sich von dieser Veranstaltung zumindest „einige konstruktive Vorschläge, wie wir die jetzt untragbare Situation in den Griff bekommen können.“ Dubiel hofft auf eine ähnlich wirksame Lösung wie sie im Nachbarort Zerre vor einigen Jahren von der LMBV geschaffen wurde. Dort entstand ein großes Grabensystem, das das überschüssige Grund- und Oberflächenwasser effektiv ableitet. „Seitdem haben die Zerrer Ruhe“, sagt Dubiel.

In Trattendorf habe es bis vor einigen Jahrzehnten auch noch ein ausgeklügeltes Grabensystem gegeben. „Doch ab Mitte der 80er-Jahre sind mehrere Gräben überbaut und tief liegende Wiesen für Bauwerke aufgeschüttet worden“, erklärt er. Damit ist wohl das gesamte System empfindlich gestört worden - und nun kann das ansteigende Grund- und Oberflächenwasser nicht mehr wegfließen. So wie zum Beispiel vom Grundstück des Ehepaars Samieske.

Simone Samieske erzählt, dass früher gleich hinter ihrer Grundstücksgrenze ein Zufluss in Richtung Schulgraben verlief. Doch der wurde später aufgeschüttet und eine Fernwärmeleitung darauf gebaut. Seit zwei bis drei Jahren rächt sich das für die Trattendorfer Familie mit einem völlig durchnässten Gartenbereich. War es anfangs noch eine kleine Pfütze in einer Senke des Gartens, stehen inzwischen zwei Drittel der 2000 Quadratmeter großen Wiese komplett unter Wasser.

Weide bricht wie Streichholz

Ziersträucher und Bäume sterben ab. „Eine 20 Jahre alte Weide ist einfach wie ein Streichholz abgebrochen“, schildert Simone Samieske. Sie hat Angst, dass auch die 70 Jahre alte, mächtige Weide in der Mitte der Wiese eines Tages einfach umkippen könnte. „Inzwischen steht das Wasser schon bis fünf Meter ans Haus heran – und die Pumpe im Keller läuft jeden Tag“, ergänzt Robby Samieske. Das Ehepaar hofft nun auf baldige Hilfe. „Denn die Situation ist bald nicht mehr zu ertragen.“

 

Zum Thema:
Die Informationsveranstaltung für Bürger, die vom Grundwasserwiederanstieg im Ortsteil Trattendorf betroffen sind, findet am Mittwoch, dem 8. Februar, um 17 Uhr in der Aula der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) in der Wirthstraße 1 statt.Vertreter von LMBV, vom Wasser- und Bodenverband Neiße-Malxe-Tranitz sowie der Stadt Spremberg stellen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 10:24 Uhr
Autor: Catrin Würz

Catrin Würz

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