Saison des Grausteiners Hans-Jürgen Schubert beginnt im Mai in Merseburg
Graustein
Seit dem Jahr 2002 gurrt es in Schuberts Taubenschlag in Graustein wieder. Hans-Jürgen Schubert hatte sich schon in der Jugendzeit der Brieftaubenzucht verschrieben, dann aber sein Hobby für Jahrzehnte unterbrochen.
Brieftaubenzüchter Hans-Jürgen Schubert. Foto: Martina Arlt Foto: Martina Arlt
Fast 100 Tiere besitzt der leidenschaftliche Züchter nun wieder. 50 Jungtiere lasse er pro Jahr heranwachsen, sagt der 66-Jährige. Er ist gebürtiger Lieskauer, wohnte in Wolkenberg und zog schließlich nach Graustein. „Ich habe eine Taube dabei, die in allen drei Orten Preise geflogen hat“, so Hans-Jürgen Schubert. Doch ein wachsames Auge muss der Grausteiner täglich haben, denn die größten Feinde der Tauben sind die Wanderfalken und Habichte. So sei es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Taube mit der Nummer 945 keinen Freiflug mehr bekommt und in der Voliere bleiben muss. „Dieses Tier hat die besten Leistungen gebracht. Es wurde bester Vogel der Reisevereinigung Hoyerswerda 2008 und auch die schnellste Taube im weitesten Flug 2007 mit 670 Kilometern von Venlo in den Niederlanden“, erklärt der Grausteiner Züchter.Immerhin rechne ein Züchter durchschnittlich mit einem Verlust von zehn bis 15 Prozent, es könne auch mehr sein.
Grund dafür seien das Wetter und die Greifvögel. „Meistens erwischt es dann auch noch die besten Tiere, und die Züchter haben großes Pech“, sagt Schubert. Brieftaubenzucht sei ein Hobby, das sehr viel Arbeit mache. Wer Erfolg haben möchte, muss die Tiere wirklich lieben und für Sauberkeit in den Taubenschlägen sorgen. „Die Atemwege müssen frei bleiben, denn auch Tauben können Schnupfen bekommen“, sagt Schubert. Die Saison beginnt für den Grausteiner Züchter in diesem Jahr mit dem ersten Preisflug am 2. Mai. Dann werden die Tiere in einer Entfernung von 175 Kilometern in Merseburg in den Himmel gelassen. Der letzte Preisflug soll am 26. Juli mit einer Strecke von 670 Kilometern stattfinden wieder in Holland starten. „Die Brieftauben sind wie Spitzensportler. Nach dem langen Winter hatten sie eine fünfmonatige Zwangspause, und sie müssen langsam wieder flugsicher werden“, sagt Hans-Jürgen Schubert. Bei aller Liebe zum Tier steht bei Schuberts mal ein Taubenbraten oder Täubchensuppe auf dem Speiseplan. Eine Taube könne auch ein sehr extravagantes Geschenk sein, weiß Schubert. ma
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