„Onkel Edwin, der Traktor ist kaputt“
Mensch des Monats / Heute: Der Tschernitzer Hausmeister Edwin Krahl, der nicht auf die Uhr schaut
Tschernitz Wenn im „Kinderparadies“ in Tschernitz der Spielzeugtraktor sein linkes Vorderrad verliert oder der Wolfshainer „Bienenschwarm“ einen Wäscheschrank zusammengezimmert haben möchte, ist Edwin Krahl zur Stelle. Der Kita-Hausmeister, den die Kinder „Onkel Edwin“ rufen, arbeitet laut Vertrag 20 Wochenstunden. Doch wenn es um die Kinder geht, schaut er nicht auf die Uhr.
"Dieses Hobby macht ihn jetzt zu einem beliebten Hausmeister", sagt die Tschernitzer Kita-Leiterin Elvira Raddatz. Für zehn Stunden pro Woche im Jahr 2004 und für 20 Stunden seit 2005. Er kümmert sich um den Rasen, hat ein Insektenhotel gebaut, fegt die Blätter zusammen, schiebt den Schnee. »Die Sicherheit der Kinder geht vor. Ich richte mich nach ihrem Tagesablauf. Rasenmähen während der Mittagsruhe - das geht natürlich nicht. Und wenn ich was anstreiche, muss ich aufpassen, sonst sind die Kinder bunter als der Zaun. Sie helfen gern. Das Unkrautzupfen am Klettergerüst kann sich schon mal zu einem Wettbewerb entwickeln", sagt Ewin Krahl. "Beim Laubharken wollen sie helfen, und dass sie hinterher in den großen Blätterhaufen hineinspringen, kann ich verstehen. Wir waren ja auch nicht anders.«
Bei seiner Runde durch die Kita-Räume muss er auch mal Schnürsenkel zubinden und Reißverschlüsse zuziehen und er bekommt kaputtes Spielzeug in die Hand gedrückt. »Mit Plastesachen ist das schwierig. Da lässt sich oft nichts mehr reparieren. Oder die Reparatur wird teurer als der Neukauf. Manchmal brauche ich aber auch nur eine Nacht, um mir was einfallen zu lassen«, sagt der Hausmeister.
Er sei sehr froh, dass es nach der Arbeitslosigkeit mit diesem Hausmeister-Job geklappt hat - »ich habe Arbeit in meinem Heimatdorf. Das geht nicht vielen Tschernitzern so.« Ein Spielhäuschen hat er den Kindern gebaut und das »Müllhäusel« erfunden. »Es sieht richtig schmuck aus mit dem Dach und den Giebelelementen. Dass da unsere Mülltonnen drin stehen, sieht nicht jeder«, sagt Elvira Raddatz. »In diesen schneereichen Wintern haben sich die Frauen immer ganz schön geplagt. Die Deckel waren voll Schnee und immer wieder festgefroren. Da fiel mir das Müllhäusel ein«, sagt er. Holz sei ein guter Werkstoff. Es müsse nur regelmäßig gestrichen und gepflegt werden.
Edwin Krahl ging dem Fliesenleger zur Hand, als der Sanitärtrakt der Erzieher saniert werden musste. Einen Kita-Raum in Tschernitz hat er zum Kinderrestaurant umgebaut. Und der Wolfshainer Kita »Bienenschwarm«, die jetzt eine Zweigstelle der Tschernitzer Einrichtung ist, baut er einen Schrank so um, dass sie künftig ihre Schlafdecken hinpacken können. »Der Edwin ist ein Glücksgriff für eine solche Stelle«, sagt der Tschernitzer Bürgermeister Peter Drobig (CDU). Krahl, der ein echter Tschernitzer Karnevalist ist, sei es zu verdanken, dass sich der TKC immer im Frühjahr zum Arbeitseinsatz auf dem Kita-Gelände trifft.
Geld hat der Hausmeister seiner Kita jetzt auch noch eingebracht: Mit 121 Containern Altpapier schaffte es die Kita an die Spitze des Projektes »Altpapier, das sammeln wir«. Um drei Container in der Woche für die Kita vollzubekommen, frage Edwin Krahl auch bei den Unternehmen nach. Das habe dem »Kinderparadies in diesem Jahr 802,50 Euro eingebracht. »Unserer Gemeinde geht es finanziell nicht so gut, da helfen uns für Extrawünsche solche Aktionen sehr«, sagt Elvira Raddatz. Die Altpapier-Aktion organisiert der Landkreis Spree-Neiße. Wie Melanie Köder aus der Amtsverwaltung bestätigt, beteiligen sich derzeit drei Kitas aus Döbern-Land daran.
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Jeweils zu Beginn des Monats wollen wir die Menschen des Monats vorstellen. Gewählt werden kann nach Vorstellung aller drei Kandidaten bis Ende Dezember unter www.lr-online.de/menschen10.
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Erstellt am: 08. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Dezember 2010, 15:36 Uhr
Autor: Von Annett Igel

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