10. Dezember 2004, 01:08 Uhr

Wunsch: bei Mietern Flut von Ideen auslösen

Lauchhammer. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land beschäftigt sich im Rahmen des EU-Projektes «Restrukturierung von Kulturlandschaften» (Rekula) mit dem Stadtumbau in der Lausitz. Im August 2004 arbeiteten Studierende der Architektur und Landschaftsarchitektur in einem Entwurfsstudio in der Neustadt 1 von Lauchhammer an Ideen für eine sinnvolle Umstrukturierung dieses Siedlungsgebietes.

Wunsch: bei Mietern Flut von Ideen auslösen
Mehr machen lässt sich auch aus der Friedrich-Wolf-Straße in der Neustadt 1 – meinten die Studenten. Foto: Foto: Petra Maser
Unlängst luden die Veranstalter des Rekula-Projektes zu einer Diskussion der Workshop-Ergebnisse ein. Dabei ging es insbesondere um die Möglichkeiten der gemeinsamen Umsetzung mit der Stadt Lauchhammer und den Unternehmen der Wohnungswirtschaft. Jörg Rother, der als Projektleiter für die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes verantwortlich ist, begrüßte die professionelle Unterstützung. In den Vorschlägen der Studenten seien viele Ansatzpunkte für eine positive Entwicklung erkennbar.
Als wesentlich erachte er die Bestrebung, Verbindungen zwischen den verschiedenen Stadtteilen herzustellen. Dies entspreche dem Leitsatz «Lauchhammer ist eins» , der im Leitbildentwurf festgeschrieben sei. Auch Prof. Matthias Koziol von der BTU Cottbus, der als Moderator den Prozess der Stadtleitbild-Diskussion begleitet hatte, sprach von «zwei Ebenen, die sich gut ergänzen» . Die Idee, sich vom Wohnhaus in unterschiedlicher Weise verabschieden zu können, bezeichnete er als eine aktive Form der Auseinandersetzung mit den Veränderungen. Dies helfe den Menschen, schneller frei für neue Perspektiven zu werden.
Die Wohnungsbaugenossenschaft «Am Lauch» , in der Neustadt 1 stark präsent, sieht das ähnlich. Wilfried Domke, geschäftsführender Vorstand, sagte, dass es in seinem Unternehmen üblich sei, die Mieter in bevorstehende Veränderungen einzubeziehen. Er sieht durchaus Möglichkeiten, dies noch zu erweitern. Dass Menschen ein Stück Verantwortung für ihr unmittelbares Wohnumfeld übernehmen, sei denkbar. Die auf Kommunikation setzenden Projekte beinhalteten dafür gute Ansätze, so Domke.
Wichtigste Rekula-Aufgabe ist es, durch Initialprojekte «Bilder in den Köpfen zu produzieren» , die eine weitere Flut von Ideen auslösen, so Dr. Margit Schild von der Universität Hannover, die das studentische Projekt leitete. Als besonders effektiv habe sich daher das «transparente Quartier» in der Richard-Wagner-Straße erwiesen, denn es habe die Kommunikation zwischen Projektmitarbeitern und Anwohnern gefördert, sodass viele Hinweise und Meinungen der Mieter in die Arbeit eingeflossen sind. Daraus entstand während des Werkstattgespräches die Idee, solche Begegnungszentren in Lauchhammer einzurichten, die den Bürgern eine Plattform des Gedankenaustausches und der Aktivitäten bieten könnten.
Peter Busch vom Brandenburgischen Ministerium für Integration, Stadtumbau und Wohnungspolitik, zugleich Leiter des IBA-Arbeitskreises Baukultur, hob die Chance hervor, durch geschickten Stadtumbau Anreize für neue Aktivitäten und den Zuzug zu schaffen. Als besonders wichtig erachtet er die Fusion der großen Vermieter. Dies erhöhe ihre Glaubwürdigkeit und ihre Chancen. Ohne die Beteiligung der Betroffenen seien solche Umstrukturierungen ohnehin nicht tragfähig. Mit Hilfe des frischen Windes junger Landschaftsplaner und Architekten wird voraussichtlich weiter an der Ausgestaltung des Stadtumbaus in Lauchhammer gearbeitet. Dr. Margit Schild und Julia Werner von der Universität Hannover boten den Akteuren aus Lauchhammer ihre weitere Unterstützung durch studentische Projektarbeiten an.
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Erstellt am: 10. Dezember 2004, 01:08 Uhr
Geändert am: 08. August 2008, 21:24 Uhr
Autor: Von Petra Maser

Von Petra Maser

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