Susanne Schwarze (46) zeigt einen Schal aus Alpaka-Wolle.
Damit das Warten nicht so lang erscheint, konnten die Besucher den Tettauer Frauen beim Stricken, Spinnen oder Federnschleißen über die Schulter schauen. Wolle spinnt Susanne Schwarze zu einem braunen Wollknäuel. „Seit gut zehn Jahren beschäftige ich mich mit Alpakas. Derzeit haben wir sechs Tiere, drei Stuten, einen Hengst und zwei Jungtiere zu Hause“, erklärt die Tettauerin. Ihr erstes Jungtier hatte sie erhalten, nachdem das Muttertier es abgestoßen hatte und es mit der Flasche großgezogen werden musste.
Christine Hesse aus Berlin (links) schmeckte es. Foto: R. Kupfer
Foto: R. Kupfer
Was heute die Tupperwaren-Partys sind, waren früher die Spinte-Abende. Frauen aus dem Ort trafen sich, um gemeinsam beim Federnschleißen Neuigkeiten zu erfahren. Gänse-, Hühner und Entenfedern werden übers Jahr vom geschlachteten Vieh gesammelt und schließlich in mühsamer Handarbeit verarbeitet. „Wir reißen hier Federn vom harten Kiel, sodass am Ende die feinen Daunen fürs Federbett entstehen“, verrät Erika Eifler, die zusammen mit anderen Frauen ihres Alters die Handarbeit vorführt. Mit gekonnten Handgriffen verwandelt sie die großen Federn in feinste Daunen. „Mit 20 habe ich angefangen, Federn zu schleißen. Es war eine mühsame Arbeit. Meistens haben wir um 17 Uhr angefangen und saßen bis Mitternacht. Nicht selten mehrere Tage hintereinander“, kann sich die 74-Jährige noch gut erinnern.
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