Schwester Agnes kommt auch nach Ortrand
Gesundheitszentrum Niederlausitz lässt Praxisassistenten ausbilden: Entlastung für Hausärzte
Schwarzheide Ab Sommer wird „Schwester Agnes“ von Patient zu Patient durch Ort rand und Lauchhammer sausen. Zwar ist sie nicht auf der Kult-Schwalbe wie die legendäre Gemeindeschwester unterwegs. Zum Wohle der Patienten und zur Entlastung der Hausärzte allerdings schon.
Mit Auto, Laptop, Blutdruckmessgerät und Schwesterntasche ausgestattet, werden sie im Auftrag der Hausärzte Patienten zu Hause besuchen. Zu ihren Aufgaben gehören vom Arzt delegierbare Leistungen wie Blutdruckmessen oder Blutabnahme. Vor allem sollen die Schwestern aber ähnlich wie ein Sozialarbeiter im Krankenhaus ein „Fall- und Schnittstellenmanagement und somit die Kommunikation rund um das Behandlungsgeschehen“ betreiben und damit den Hausärzten des Gesundheitszentrums, die in der Region meist überdurchschnittlich viele ältere Patienten mit mehrfachen Erkrankungen und meist großem Zuwendungsbedarf zu betreuen haben, Arbeit abnehmen.
Bis zu 30 Prozent Entlastung der Ärzte verspricht sich Böttcher und kann dabei auf die Erfahrungen des Modellprojektes „agnes“ der Arbeitsgemeinschaft Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg verweisen. Kassenärztliche Vereinigung, AOK und Barmer-GEK haben darin gemeinsam mit der Landesregierung die Idee der Agnes als nichtärztliche Praxisassistentin weiterentwickelt. Derzeit ist es auf dem Weg von der Modellfinanzierung in die abrechenbare Regelleistung und soll im Sommer funktionieren.
Dabei gehe es nach Böttcher nicht darum, Ärzte zu ersetzen, sondern ihnen Zeit schaffen, sich stärker auf die medizinische Behandlung der Patienten zu konzentrieren. „Agnes“ versteht sich deshalb auch als Antwort auf die kritische Versgorgungssituation in ländlichen Regionen Brandenburgs.
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Erstellt am: 25. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 25. Januar 2012, 11:30 Uhr
Autor: Heidrun Seidel

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