Schwarzheide bekennt sich zum Seenland
Bürgermeister Christoph Schmidt sieht seine Stadt als „Einfahrtstor“ in die Landschaft im Wandel
Schwarzheide Die Stadt Schwarzheide betrachtet sich als zukünftiges „Einfahrtstor Süd“ ins Lausitzer Seenland. Mit mehreren Attraktionen wie einem neuen Naherholungsgebiet und nicht zuletzt dem SeeCampus will die 6200-Einwohner-Kommune in der Landschaft im Wandel zwischen Bergheider und Bärwalder See auftrumpfen. Die RUNDSCHAU sprach dazu mit Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos).
Die Antwort darauf ist völlig klar: Schwarzheide bekennt sich zum Seenland. In welcher Rolle sehen Sie Ihre Stadt dort?
Wer aus Richtung Süden über die Autobahn ins Lausitzer Seenland fährt, muss zwangsläufig durch Schwarzheide. Deshalb betrachte ich meine Stadt als südliches Einfahrtstor. Dabei soll Schwarzheide aber keinesfalls nur eine Durchgangsstation in Richtung der großen Seen sein, sondern die Gäste zum längeren Verweilen einladen. So ist geplant, demnächst am Ortseingang aus Richtung Ruhland eine große Infotafel aufzustellen, die die Stadt und ihre imposanten Bergbaugewässer aus der Vogelperspektive zeigt. Dazu gibt es entsprechende Erklärungen. Selbstverständlich fehlt auch der Hinweis auf den SeeCampus nicht. Welchen Stellenwert könnte dieses Bildungszentrum im Seenland einnehmen?
Der SeeCampus ist in seiner Lage und Anlage weit über die Grenzen des Seenlandes hinaus einmalig. Er könnte zu einem Wahrzeichen der Region werden. Denn wo steht schon ein Schulkomplex fast unmittelbar an einer früheren Tagebaukante? Nicht zuletzt hoffen wir auch auf viele Schüler aus anderen Teilen des Seenlandes und darüber hinaus. Schwarzheide besitzt mit dem Südteich, der unmittelbar an das SeeCampus-Gelände angrenzt, und dem Ferdinandsteich selbst ein „kleines Seenland“. Wie soll dieses Gebiet in den kommenden Jahren touristisch entwickelt werden?
Sobald es unsere Haushaltslage zulässt, wird die Stadt Schwarzheide den Südteich von der Bergbausaniererin LMBV kaufen. Das wird in den nächsten Jahren geschehen. 2011/12 wird es in diesem Bereich umfangreiche Sanierungsarbeiten durch die LMBV geben. Am Ostufer, zwischen SeeCampus und den Sportstätten an der Mückenberger Straße, soll ein Badestrand entstehen. Das ist bereits in unserer Sportstättenkonzeption so festgehalten.
Ich weiß, dass das Wasser noch sehr sauer ist. Allerdings wird von der Schwarzen Elster Frischwasser über den Südteich in Richtung des in Flutung befindlichen Bergheider Sees zugeführt. Ich bin zuversichtlich, dass deshalb der pH-Wert in der nächsten Zeit weiter ansteigt. Was stimmt an den Gerüchten, dass der Naturschutzfonds Brandenburg größere Flächen am Süd- und am Ferdinandsteich erworben habe, sodass die touristische Entwicklung behindert werden könnte?
Dort hat es keinen Eigentumsübergang gegeben. Richtig ist, dass der Naturschutzfonds deswegen angefragt hat. Es besteht Interesse am südlichen, großflächig verschilften Bereich des Südteiches, etwa südlich der Landzunge, sowie am gesamten Ferdinandsteich. Ein Eigentumsübergang von der LMBV zum Naturschutzfonds steht einem Abschluss der Sanierungsarbeiten nicht entgegen. Darüber hinaus schließt der Naturschutz keineswegs andere Nutzungen wie Jagd- und Fischereiausübung aus. Zudem ruht das Flurbereinigungsverfahren für diese Bereiche für die nächsten zwei Jahre. Keinesfalls wird dort etwas gegen den Willen der Bürger passieren.
Mit welchen weiteren Pfründen kann Schwarzheide als Teil des Lausitzer Seenlandes wuchern?
Wir haben auch im Osten der Stadt reizvolle Bergbaugewässer wie den Fabrik-, den Wildschwein- und den Kabelbaggerteich. Dieses Gebiet ist durch einen landschaftlich reizvollen Radweg, der übrigens direkt zum Lausitzring führt, erschlossen. Außerdem ist die Stadt gut in das überregionale Radwegenetz eingebunden. Nicht zuletzt bildet das Ramada-Hotel die größte Übernachtungsmöglichkeit in der Region. Mit welchen touristischen Partnern der Region können Sie sich zukünftig eine Zusammenarbeit vorstellen?
Die Stadt Schwarzheide könnte wieder Mitglied im Tourismusverein Lausitzer Seen werden. Aus Sparzwängen mussten wir dort Ende des Jahres 2008 leider ausscheiden. Auch ein Beitritt in den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg liegt, sobald es unsere Kassenlage zulässt, im Interesse der Stadt.
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Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 08:30 Uhr
Autor: Mit Christoph Schmidt sprach Torsten Richter

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