20. April 2011, 00:00 Uhr

Patient wird Ultraschall im Krankenhaus Lauchhammer verwehrt

Keine Nachuntersuchung im Klinikum Niederlausitz

Senftenberg Nach einer Prostata-Operation im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus ist Erwin Große aus Klettwitz zur Nachkontrolle ans näher gelegene Krankenhaus Lauchhammer verwiesen worden. Der behandelnde Urologe wollte seinen Patienten entlasten und ihm die Tortur der weiten Wegstrecke bei schlechten Straßenverhältnissen im Winter ersparen.

Aus der Ultraschall-Untersuchung im heimischen Krankenhaus wurde am Ende jedoch nichts. Der 50-jährige Patient aus Klettwitz bekam eine eindeutige Abfuhr. „Die Untersuchung wurde mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Operateure in Cottbus auch die Kontrolle übernehmen sollen“, ist Erwin Große noch immer verbittert.

Für die Ultraschall-Untersuchung ist ein Einweisungsschein für eine nachstationäre Untersuchung des Hausarztes oder des niedergelassenen Facharztes notwendig, bestätigt der Ärztliche Direktor des Klinikums Niederlausitz, Dr. Werner Kärgel. Nur dann sei eine Nachkontrolle nach einer Operation in einem anderen Krankenhaus möglich. Für ambulante Behandlungen habe ein Krankenhaus keine Zulassung, erklärt der Ärztliche Direktor.

Den geforderten Einweisungsschein hätte der als Rangierleiter bei der Bahn beschäftigte Erwin Große ganz unkompliziert von seiner Klettwitzer Hausärztin beisteuern können. Sein behandelnder Urologe aus Senftenberg war zwischen Weihnachten und Neujahr im Urlaub. „Auch mit Überweisungsschein wurde die Nachuntersuchung abgelehnt“, kontert der 50-Jährige, der noch immer krankgeschrieben ist. Weil die Sache keinen Aufschub duldete, hat sich Erwin Große erneut nach Cottbus chauffieren lassen, was bei seinem gesundheitlichen Zustand nicht einfach war. Der Ultraschall war dort kein Problem.

Klinikum-Sprecherin Daniela Grass spricht von einem „Missverständnis in der Kommunikation“.

Normalerweise gibt es laut Grass keine Probleme bei nachstationären Untersuchungen. Die Ärzte stimmen sich dazu im Vorfeld ab, um die Weiterbehandlung zu planen. Sie empfiehlt, bei auftretenden Problemen sich zeitnah an die Patienten-Servicestelle im Klinikum Niederlausitz zu wenden.

Ein Tipp, der für Erwin Große zu spät kommt. Warum er für eine Standard-Untersuchung mehr als 40 Kilometer nach Cottbus fahren musste, versteht er bis heute nicht. „Patientenfreundlich ist das jedenfalls nicht“, hofft er auf eine baldige Genesung.

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Erstellt am: 20. April 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 20. April 2011, 09:46 Uhr
Autor: Andrea Budich

Andrea Budich

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