11. März 2010, 00:00 Uhr

Leserbrief: „Eine Geisteshaltung, bei der mir angst und bange wird“

Wolfgang Klose aus Lauchhammer äußert sich zum Thema Stasi-Mitarbeit von Parteimitgliedern und Kommunalpolitikern. Er geht auf den LR-Artikel „Nachsicht der Genossen mit IM Schwalbe“ (LR, 29. 01., Seite 3) ein.

Der Stasi-Moloch mit seinen mehrmals „gewendeten“ altlastigen Ex-SED-Mitgliedern und Parteiumbenennungen scheint unerschöpflich. Aus der politischen „Stasigiftbrühe“ kommen immer wieder deren Kaderleichen, die durchaus ganz mobil und lebendig sind, ans jetzt demokratisch politische Tageslicht. Was für eine politische Kultur und Moral, 20 Jahre nach der Wende. Für jeden Demokraten und erst recht für jeden, der von der Stasi gegebenenfalls im Geringsten nur bespitzelt wurde und im Besonderen für diejenigen, deren wirtschaftliche Entwicklung ein jähes Ende in der DDR nahm, oder im schlimmsten Fall zum Beispiel im Stasi-Knast in Bautzen endete, eine Beleidigung, Demütigung und schallende Verhöhnung. 

Hier kann man sich nur den Worten von Heinz-Florian Oertel, dem bekannten DDR-Sportreporter und seiner Artikelserie in der LR anschließen: „Pfui Teufel“.

Bei Sigrid Euler, einer Nachfolgekandidatin (Linke) der Stadtverordnetenversammlung Lauchhammer, die in dem oben genannten LR-Artikel zitiert wurde, möchte ich mich ganz besonders entschuldigen, dass ich nicht SED-Mitglied, nicht IM geworden bin und dem SED-Drängen als Ingenieur widerstanden habe und nicht zum Verräter an meinen Mitbürgern geworden bin. Dass ich deswegen nicht zuverlässig für die SED und deren Ideologie war, erfüllt mich heute mit Genugtuung. Ja, darauf bin ich sogar stolz. Frau Euler scheint auf solch altlastige Ideologie besonders versessen und dazu unbelehrbar zu sein. 

Ihre Aussage „Ich lasse mir gewisse Dinge nicht kaputt machen, von denen ich überzeugt war“ ist eine Geisteshaltung, bei der mir 20 Jahre nach der Wende angst und bange wird . . .

Nun warte ich auf die neuen alten Parolen und Losungen, zum Beispiel zum 1. Mai, die da lauten könnten „Vorwärts auf dem Weg zum geläuterten Sozialismus in der BRD“ oder „Rot Front, geläuterte Genossen“. Wie sagte Heinz-Florian Oertel: „Pfui Teufel“.

Seine Meinung zur geplanten Verbreiterung der Ortsdurchfahrt Hosena L 57 (LR vom 20.02.; „Wenn eine Allee die Grenzen aufzeigt“) schreibt Uwe Kloss aus dem Senftenberger Ortsteil:

Man sollte den Ausbau durchziehen, denn die Umgehung von Hoyerswerda aus steht noch in den Sternen.  Sachsen hat es schon geschafft, einen Radweg bis zur Grenze nach Brandenburg zu bauen, und jeder Radfahrer, der es geschafft hat, nicht an den Baum gedrückt zu werden, ist heilfroh auf dem Radweg anzukommen. Man weiß nicht, wie lange das noch ohne Unfall gut geht. Die Bäume, die dort stehen, retten keinem das Leben und auch keinen Arbeitsplatz für die Region. Auf der anderen Seite muss man sich auch fragen, warum eine Firma wie Züblin mit der besten Anbindung an die Bahn ihre Produktion nicht auch damit versendet oder ihr Material anliefern lässt.
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Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 12:11 Uhr
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