04. November 2010, 00:00 Uhr

Lausitz-Wölfe profitieren von Gelände-Rutschung

Biologe Stephan Kaasche klärt in Guteborn über die Lebensräume von „Isegrim“ auf

Guteborn Für die Lausitzer Wölfe hat die jüngste Rutschung am Bergener See einen positiven Aspekt: Die Tiere dürften dort dauerhaft ihre Ruhe haben. Das vermutet Wolfsexperte Stephan Kaasche aus Hoyerswerda.

„Der Wolf meidet Menschen grundsätzlich“, sagt Wolfsexperte Stephan Kaasche referierte kürzlich im bis fast auf den letzten Platz besetzten Saal im Guteborner Gasthaus Jänchen. Archivfoto: Frank
Kürzlich gastierte der 35-Jährige in Guteborn.

In den Wäldern rund um Guteborn lebt noch kein Wolfsrudel. Die Betonung legt Stephan Kaasche auf das Wörtchen »noch«. Die riesigen, relativ dünn besiedelten Waldgebiete der Ruhlander-Königsbrücker Heiden böten »Isegrim« einen idealen Lebensraum: Wenig Menschen, dafür viele Wildtiere, ausreichend Deckung und Wasser.

Lange dürfte es wohl nicht mehr dauern, bis auch die brandenburgische Oberlausitz zwischen Ruhland, Lindenau, Guteborn und Hosena zum Lausitzer Wolfsrevier gerechnet wird. Nach Informationen des Kontaktbüros »Wolfsregion Lausitz« haben im Frühsommer im Seenland-Rudel, das sich unmittelbar östlich der OSL-Kreisgrenze in der sächsischen Gemeinde Elsterheide erstreckt, drei Welpen das Licht der Welt erblickt. Lausitzweit waren es immerhin 26 Jungtiere. Diese werden bald ihre Familienverbände verlassen und sich neue Reviere suchen. So sei auch eine dauerhafte Besiedlung der Ruhlander Heide keinesfalls ausgeschlossen.

Das Umherwandern, insbesondere auf der Suche nach einem Geschlechtspartner, liege den Wölfen in den Genen. Laut Stephan Kaasche seien die ersten Lausitzer Wölfe im Jahr 1996 aus Ostpreußen und dem Baltikum in die Muskauer Heide eingewandert. Inzwischen leben zwischen Neiße und Schwarzer Elster acht Wolfsrudel, darunter drei hauptsächlich in Brandenburg. Die gegenwärtige Gesamtgröße des Lausitzer Wolfsgebietes werde mit ungefähr 2500Quadratkilometern beziffert.

Besonders Truppenübungsplätze sowie Bergbaufolgelandschaften seien als Lebensräume von Interesse. Die geringe Bevölkerungsdichte in diesen Gebieten biete einen Vorteil. Schließlich würden Wölfe fernab der Menschen leben.

Vor Menschen dürften die Lausitzer Wölfe auch im Gebiet der jüngsten Rutschung am Bergener See weitestgehend sicher sein. »Die Tiere profitieren von diesem Phänomen«, sagt Stephan Kaasche. »Schließlich wird wohl auf Jahre kein Mensch mehr seinen Fuß in dieses Gebiet setzen«, glaubt der Biologe.
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Erstellt am: 04. November 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 05. November 2010, 10:18 Uhr
Autor: Torsten Richter

Torsten Richter

Jüngste Kommentare (1)

Lausitz-Wölfe

von indi1234

.......da kann man nur hoffen das es auch so bleibt und die Wölfe einfach nur in Ruhe gelassen werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Hobbyjäger das gleiche tun.

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