Jubel in Genshagen über Kulturpreis für das Seenland-Projekt
Vorschlag: 20 000 Euro Prämie könnte für Kunst verwendet werden
Genshagen Die Freude über den Kulturpreis der Bundesregierung für das Seenland-Kunstprojekt „Paradies 2“ ist groß. Die Akteure sehen die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung als Anerkennung für ihr Engagement. Es gibt bereits einen ersten Vorschlag für die Verwendung des Preisgeldes.
„Die ganze Lausitz springt in die Luft“, sagte die Schlabendorfer Chorleiterin Bärbel Schiemenz nach der Auszeichnung in Genshagen. Ihr Chor nahm den Preis stellvertretend für die Projekte entgegen. Unter Leitung der Komponistin Hazel Leach aus England und des Schweizer Regisseurs Jürg Montalta hatten die Schlabendorfer im vergangenen Jahr musikalisch „Das Geheimnis von Schlabendorf“ – eine zeitgenössische Dorfmusik in fünf Sätzen – inszeniert. Nur eine der Frauen kann Noten lesen. Eigentlich gehören die Schlabendorferinnen zu einer Sportgruppe.
„Musik gehört zu einem Paradies“, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Die Lausitzer hätten ihr Schicksal als Chance gesehen und mit dem Projekt erfahren, wie sie ihre Heimat neu gestalten und erfahren können, sagte Neumann.
31 Jahre lang saßen die Schlabendorfer auf gepackten Koffern. Gerade noch rechtzeitig kam der Tagebau vor dem Luckauer Ortsteil zum Stehen.
Zehn von 100 Projekten hatten es in die Endauswahl geschafft. Bis zuletzt blieb unklar, ob es für das Seenland zum Sieg reicht. Zwei der drei Preisträger standen bereits auf der Bühne. Jürg Montalta bezeichnete den Preis als „Anerkennung für 7000 Menschen“. „Das ist gigantisch“, sagte Sängerin Ina Lange über den Preis. Sie hofft, dass das Geld in der Lausitz bleibt. IBA-Chef Rolf Kuhn hat schon eine Idee für die Verwendung des Preisgeldes: „Wenn das Seenland fertig geflutet ist, wird die erste Landesausstellung Brandenburg stattfinden. Das ist die passende Bühne für eine neue künstlerische Vorstellung der Lausitzer.“
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Zum ThemaDer Preis für Kulturelle Bildung würdigt jährlich bundesweit vorbildliche Projekte, mit denen Menschen erreicht werden, die sonst wenig mit kulturellen Angeboten in Berührung kommen. Weitere Preisträger waren der Offene Kanal Magdeburg und die Landesmusikjugend Rheinland-Pfalz.
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Erstellt am: 15. September 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. September 2011, 09:33 Uhr
Autor: Von Henry Blumroth

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