Mit der Steadycam wird eine Szene vor dem Gasthaus Wotschofska gedreht. Christian Redl (r.) und Matthias Koeberlin spielen im neuen Spreewaldkrimi den Kommissar und den Staatsanwalt.Foto: Bilderdienst-Lausitz Foto: Bilderdienst-Lausitz
In einem Fließ ist ein Toter gefunden worden. Das ist ein Fall für Kommissar Krüger. Gemeinsam mit Staatsanwalt Ritter soll er ihn lösen. Während der junge Staatsanwalt (Matthias Koeberlin) an seinem ersten Fall arbeitet, ermittelt der Kommissar (Christian Redl) zum dritten Mal für das ZDF im Spreewald. Das Gasthaus Wotschofska ist zum zweiten Mal Filmkulisse. Der Kommissar und der Staatsanwalt kommen aus dem Haus, gehen durch den schattigen Biergarten bis zum Auto und liefern sich einen Disput. »Vielleicht ist das der Schlüssel zu allem... Ich kann allein besser denken.« »Und ich hab Sie dabei gestört.« Einige Fetzen des Dialogs mischen sich mit Vogelgezwitscher und dem Plopp, wenn eine Eichel ins Fließ fällt.

Es ist ein herrlicher Altweiber-Sommertag. Am Set herrscht gespannte Aufmerksamkeit, auch wenn die Szene wieder und wieder gedreht wird. Tobias Soika, Set-Aufnahmeleiter und für die Logistik zuständig, sorgt dafür, dass Regisseur Thomas Roth, die Schauspieler, und das Kamerateam an der Steadycam beim 360-Grad-Schwenk keine Störer im Bild haben. Denn während das Restaurant für die Filmaufnahmen genutzt wird und der Kiosk zu bleiben muss, geht im Café-Garten der Betrieb weiter. »Zwei Tage haben wir das Film-Team vor Ort. Wir kennen das ja schon vom ersten Spreewaldkrimi, als auch hier gedreht wurde«, sagt Gisela Atte, Inhaberin des Gasthauses. »Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit. Jeder nimmt auf den anderen Rücksicht«, betont sie. Und auch die Gäste haben Verständnis. »Gestern waren wir mit dem Kahn hier und es wurde gedreht. Heute sind wir mit dem Fahrrad da - und wir haben wieder die Filmleute getroffen. Morgen kommen wir vielleicht zu Fuß«, erzählen Wolfsburger an einem Tisch und lachen leise, denn sie wollen die Arbeiten nicht stören.

Ein Kahn nähert sich dem Filmset. Tobias Soika versucht, ihn zu einem kurzen Stopp zu überreden. Doch der Kahnfährmann hat auch seinen Zeitplan und fährt mit der Besuchergruppe so zügig wie möglich vorüber. »Wir treffen hier auf viel Verständnis und Entgegenkommen«, sagt der Set-Aufnahmeleiter. Bei Drehterminen beispielsweise in Berlin sei das nicht immer so.

Interessiert beobachtet auch Manuel Jarick das Geschehen. Der Kahnfährmann vom Burger Spreehafen ist von seinem Hafenmeister als Betreuer für Filmaufnahmen mit dem Kahn abgeordert worden. Er hat »Kommissar Krüger« gezeigt, wie er mit dem Kahn, der mit einem Motor ausgestattet ist, auch auf Verfolgungsjagd gehen kann. »Das macht super Spaß mit der Film-Crew, das sind alles super Leute«, erzählt der Kahnfährmann. Er freut sich, dass im Gasthaus Wotschofska gedreht wird. »Das ist das schickste Gasthaus im Oberspreewald«, ist er überzeugt.

»Es wird immer schöner im Spreewald«, sagt Christian Redl, der in den Spreewald-Krimis den Kommissar spielt. Und er deutet an, dass es im nächsten Jahr mit einem vierten Film weitergehen könnte. »Es ist eine tolle Stimmung am Set. Das Wetter ist traumhaft. Ich fühle mich fast schon zu Hause«, sagt er in einer kurzen Drehpause. Schon ist die nächste Szene dran. Fünf sollen an diesem Tag gedreht werden. Eine Szene wird im Haus spielen. Dort ist im Gastraum ein Hotelzimmer eingerichtet worden. Am nächsten Tag zieht der Aufnahmestab weiter. Dann steht auf dem Plan, dass die Leiche im Fließ gefunden wird. So ist das beim Film: Der Kommissar ermittelt zu einem Todesfall, der erst morgen entdeckt wird.

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Unter dem Arbeitstitel »Die Tränen der Fische« dreht die Produktionsfirma Aspekte Telefilm Berlin den dritten ZDF-Krimi im Spreewald. Er soll als Fernsehfilm der Woche ausgestrahlt werden. Ein Sendetermin, voraussichtlich im nächsten Jahr, steht noch nicht fest. Es spielen unter der Regie von Thomas Roth unter anderem Christian Redl, Uwe Kockisch, Matthias Koeberlin, Henry Hübchen, Jenny Schilly, Johanna Klante und Anja Kling. Von Autor Thomas Kirchner, der auch »Geheimnis im Moor« und »Der Tote im Spreewald« schrieb, stammt das Buch.