Die Vision vom essbaren Joghurtbecher
Beim Innovationsspiel „Jugend denkt Zukunft“ ging es bei der BASF um Kunststoffe
Schwarzheide Nach dem Verzehr eines Joghurts den Becher gleich mitessen? Ein Kunststoff, der zu 100 Prozent vor jedweder Strahlung schützt? Oder ein Schaumstoff, der in Hundertstelsekunden im Auto zum absolut sicheren Airbag wird? Was hier wie ferne Zukunftsmusik aus Wissenschaft und Forschung klingt, haben Schüler des Emil-Fischer-Gymnasiums Schwarzheide in dieser Woche schon mal vorausgedacht.
Natürlich ging es am Standort Schwarzheide um die Kunststoffe der Zukunft. „Wie sehen wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Polyurethane im Jahr 2030 aus?“, war die Frage. Gestellt haben sich ihr die Jugendlichen nach den Werksrundgängen, Anlagenbesuchen und Gesprächen mit den BASF-Fachleuten sofort und mit großer Fantasie.
Bei der Präsentation ihrer Ideen am gestrigen Freitag reisten dann alle gedanklich schon mal in das Jahr 2030 voraus, wo auf einer großen Zukunftsmesse drei Firmen ihre innovativen Produkte vorstellten. Die essbare Kunststoffverpackung, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, spart zum Beispiel Müll und mit Blick auf die alternde Gesellschaft auch so manchen Gang zum Mülleimer, so erläuterte das Team um „Geschäftsführer“ Julian Kanter seine Idee.
Die Jungunternehmer der Firma PolyProtectings entwickelten dagegen eine neuartige Form des Airbags. Dünne Röhrchen sind im Auto oder auch am Fahrrad angebracht. Bei Aufprall reagieren die Stoffe in den Röhrchen miteinander und bilden blitzschnell einen Schaumstoff, der die Insassen des Fahrzeugs vor Verletzungen schützt.
Von den aktuellen Ereignissen des Atomunglücks in Fukushima hatte sich offenbar die dritte Schülergruppe beeinflussen lassen. Sie stellte einen neuen Kunststoff vor, der „absolut strahlensicher ist, sowohl vor radioaktiver als auch vor Handy strahlung“, erklärte der technische Leiter des Unternehmens Pro Tech Industries, Paul Georg Lux (14). Die Messepräsentationen wurden anschließend wirksam mit einem Forum, Presse- und Marketingkampagnen und einem Wettbewerb untermauert.
„Ich bin ganz beeindruckt von euren Ideen. Ihr habt Forscherdrang, Trendgespür, unternehmerischen Mut und Teamgeist bewiesen. All das braucht die Wirtschaft für Innovation“, lobte Joachim Rauch, Mitglied der BASF-Standortleitung in Schwarzheide. Aber auch die Schüler bestätigten, dass das Planspiel und das „Reinschnuppern“ in den BASF-Arbeitsalltag sie vorangebracht haben: „Kreativität und technisches Wissen waren gefragt. Wer weiß schon, ob nicht eines Tages ein Produkt aus unseren Köpfen tatsächlich auf dem Markt erscheint?“, so Nico Förster.
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Erstellt am: 11. Juni 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. Juni 2011, 01:46 Uhr
Autor: Catrin Würz

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