Der leise Abschied der Senftenberger Revierpolizisten
Zwei langjährige Beamte gehen in den Ruhestand
Senftenberg Dietmar Hollenberg und Karl-Heinz Böhme bringt so leicht nichts aus der Fassung. Sie sind Senftenberger Revierpolizisten und haben gemeinsam weit mehr als ein halbes Jahrhundert Diensterfahrung. In wenigen Tagen drehen sie zum letzten Mal ihre Runde.
„Wir sind als Revierpolizisten Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei“, sagt er. Seit 1972 ist Hollenberg Polizist, seit 1976 im Streifendienst. Bis zur Wende 1989/90 ist er Abschnittsbevollmächtigter gewesen und auch anschließend in Uniform auf den Straßen Senftenbergs zu finden. Wenn er jetzt mit 57 Jahren in die Altersteilzeit geht, hat er den Rang eines Polizeihauptkommissars.
Sein Kollege Karl-Heinz Böhme verabschiedet sich mit dem 60. Geburtstag als Polizeihauptmeister aus dem aktiven Dienst. Er hat in den vielen Jahren als Polizist eine Menge erlebt. Er ist nicht nur als Ordnungshüter gefragt, sondern auch als helfende Hand. „Wir tragen einer Oma schon einmal das Fahrrad in den Keller oder hören uns die Sorgen der Leute an“, sagt Böhme. Selbst Ausflugstipps für schlechtes Wetter hat der 59-Jährige am Senftenberger See schon verteilt, wenn er dort mit dem Dienstfahrrad unterwegs ist. Prägende Erlebnisse hatte Böhme auch während der Verkehrserziehung: „Bei den Kindern spürt man, dass man gebraucht wird.“
Jedoch hat der Polizeidienst auch seine Schattenseiten. Dietmar Hollenberg zögert. In seiner Finsterwalder Zeit, erzählt er knapp, habe es am Rande eines Fußballspiels Ausschreitungen gegeben. Dies sei einer der Tage gewesen, die er nicht vergisst. Er hat den 57-Jährigen derart geprägt, dass er nicht mehr darüber erzählen möchte. Er schweigt. Auch Karl-Heinz Böhme kennt die Momente, die so unendlich schwer für jeden Polizisten sind. Vor vielen Jahren seien sein Nachbar und dessen Kind tödlich verunglückt. Böhme war am Unfallort, damals selbst junger Vater, und musste später der Familie die Todesnachricht überbringen. „Das verarbeite ich heute noch“, sagt er mit leiser Stimme und schaut nachdenklich. „Immer, wenn ich an der Stelle vorbeifahre, sehe ich die Leute im Auto liegen.“
Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 10:14 Uhr
Autor: Von Sascha Klein

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