15. März 2010, 00:00 Uhr

Badesee aus der Baugrube des Koschenkanals gepumpt

Nach der wochenlangen Winterpause wird am Koschenkanal wieder gearbeitet

Großkoschen Am Koschenkanal zwischen dem Geierswalder und dem Senftenberger See wird wieder gearbeitet. Der Technikeinsatz konzentriert sich momentan auf den künftigen Tunnel unter der Schwarzen Elster. An der B 96-Brücke über den Überleiter bei Großkoschen geht es nach Ostern weiter. Mit der Freigabe der Straße wird dort nach LMBV-Angaben zum Jahresende 2010 gerechnet.

Auf einem Teil der Großbaustelle „Koschenkanal“ herrscht wieder Betrieb. Die Bauleute haben das Ende des Winters nicht abgewartet und treiben das mehr als einen Kilometer lange Landschaftsbauwerk nach wochenlanger Zwangspause voran. „Wir konzentrieren uns jetzt auf den Elster-Tunnel“, sagt Bauüberwacher Manfred Mostek von der Inros Lackner AG. Noch im Herbst waren dort, in Sichtweite des bis vor Kurzem noch verschlossenen Aussichtsbootes, die Spundwände tief in den sandigen Boden gerammt worden. Jetzt läuft der Erdaushub zwischen den Stahlwänden auf vollen Touren. Ein geländegängiger Kipper nach dem anderen verlässt die immer tiefer werdende Baugrube.

In dieser Woche soll der große Baukran anrollen. Dann beginnen auch schon die Betonarbeiten für den eigentlichen Tunnel unter der Schwarzen Elster. Auf die einen Meter starke zusätzliche Bodenplatte wie unter der B 96 könne aus technologischen Gründen verzichtet werden, sagt Manfred Mostek.  Auf dem Planum werde sofort mit dem Tunnelaufbau begonnen. Eine 60 Zentimeter starke Platte muss reichen. Dann werden die Wände hochgezogen. LMBV-Projektmanager Sieghard Balzer rechnet damit, dass der Fluss Ende 2010/Anfang 2011 in sein neues Bett umgeleitet werden kann.

Unmengen Wasser gehoben

Um die Baugrube ausheben zu können, wird auch dort das Grundwasser gehoben. Genehmigt sind maximal 2000 Kubikmeter in der Stunde. Momentan strömen 1700 Kubikmeter über mächtige Rohre in den Geierswalder See. Seit dem Einschalten am 15. Februar haben die elf Filterbrunnen aus bis zu zwölf Metern Tiefe rund 600 000 Kubikmeter gehoben.

Das ist noch nichts gegen Baustelle unter der alten B 96-Trasse. Von dort sind seit der zweiten Phase des Tiefbaus schon 6,6 Millionen Kubikmeter Wasser in den See befördert worden. Weil die starke Bodenplatte liegt, konnte die Pumpenleistung inzwischen um die Hälfte gedrosselt werden. 

Nach Ostern soll es am Brückenbauwerk über den Kanal bei Großkoschen weitergehen. Auch hier beginnt der eigentliche Brückenaufbau mit einer 60-Zentimeter-Betonschicht auf der Sohle. Die bereits fertige und nur wenige Tage vor dem Frost im Dezember geschüttete Mega-Bodenplatte hebt kein noch so starker Grundwasserdruck mehr an, sagen die Fachleute. Der Betonkoloss sei mit 50 Millimeter starkem Rundeisen verankert. Das Eisen wird in bis zu 15 Metern Tiefe von Zementplomben gehalten, 170 an der Zahl. Auch die Seiten- und Flügelwände, die den Kanal einfassen, werden auf diese Weise in der Böschung gesichert.

Tunnel für Unmotorisierte

Schon zu sehen ist von der B 96-Umfahrung ein teil des künftigen Fußgänger- und Radfahrertunnels, der unter der Bundesstraße hindurchführen wird. Auch an die Tiere werde gedacht. Ein Ottertunnel ist Vorschrift. 

Nach den anfänglichen Problemen im vorigen Jahr ist nach den Worten von Manfred Mostek Anfang Dezember ein neuer Ablaufplan für den Koschenkanal mit seinen Bauwerken festgelegt worden. Viele Zwischentermine verschieben sich nach hinten. Komplett fertig soll der Überleiter jetzt im Dezember 2011 werden. Restarbeiten werden 2012 erledigt.
Auch für LMBV-Projektmanager Sieghard Balzer ist der Koschenkanal eine große Herausforderung. Foto: Balzer Foto: Balzer
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 07:55 Uhr
Autor: Von Manfred Feller

Von Manfred Feller

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