Altstadtmarkt in Senftenberg wird kein Parkplatz
Mehrheit der Abgeordneten lehnt den Vorschlag der Verwaltung ab / Hunderte zusätzliche Stellflächen entstehen dafür im Umfeld
Senftenberg Die Parkplatzdiskussion in Senftenberg ist vorerst beendet. Die Abgeordneten haben am Mittwochabend nach stundenlanger kontroverser Diskussion entschieden. Es werden neue Pkw-Stellplätze in der Innenstadt, jedoch nicht auf dem Markt, geschaffen und Straßen für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
Den größten Platz bietet der sogenannte Neumarktriegel mit Hinterland (großes Foto). Stadt und KWG besitzen dort zusammen etwa 11 000 Quadratmeter Land. Es könnten maximal 400 Stellflächen entstehen. Weitere 90 sind auf einem anderen ehemaligen Wohnblockstandort an der Wehrstraße vorgesehen. Ungefähr 40 sollen Straßen begleitend am Neumarkt und in der Schulstraße angelegt werden.
Da die Zu- und Abfahrt für den Neumarktriegel über die schmale Straße am Hotel führen soll, befürchtet Anton Faust (Linke) dort eine permanent rollende Blechlawine. Seiner Meinung nach sollte die Stadt auf keinen Fall die maximale Kapazität auch aus einem anderen Grund ausreizen. Die Einwohnerzahl in der Region sinke und damit auch die Anzahl der Autofahrer. Dem schließt sich Kerstin Weidner (AGSUS) an.
Noch deutlicher gehen die Meinungen zu jenen Verwaltungsplänen auseinander, die am Markt verwirklicht werden sollen. Der jetzige Zustand hat mit dem ursprünglichen Gedanken, den sanierten Stadtkern in eine verkehrsberuhigte Zone zu verwandeln, nichts mehr zu tun. Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrer streiten um jeden Quadratmeter. Perfekt ist das Chaos an den drei Markttagen. Trotz der Menschenmassen quälen sich die Autos durch die Gassen, obwohl die meisten dort eigentlich nichts zu suchen haben. Zudem ist das Parken auf dem Markt an marktfreien Tagen untersagt. Das reale Bild ist ein anderes.
Sie scheitert mit großen Teilen der SPD und der UWS dann an dem Vorschlag, auf dem Markt 39 Kurzzeitparkplätze einzurichten. Platz wäre für 90. Die beschlossenen Veränderungen sollen bald umgesetzt werden.
Im Prinzip ändert sich nichts: Außer den Anliegern, Lieferanten, Kunden zum Be- und Entladen sowie Behinderten mit Ausweis hat im Zentrum niemand mit dem Auto etwas verloren, weil er in einer verkehrsberuhigten Zone nur auf gekennzeichneten Stellflächen stehen darf. Und davon gibt es nur wenige.
„Wir wollen kein Blech auf dem Markt, sondern die Menschen, die darin sitzen“, fährt Norbert Philipp, Fraktionschef B 90/Grüne/Links-Alternativ, dem Bürgermeister in die Parade. Flanieren und Straßenverkehr passen auch für Meinhard Altenburg (CDU) nicht zusammen. Viel öffentliches und privates Geld sei in die verkehrsberuhigte Innenstadt geflossen. Dies will sich Karin Hädicke (Linke) nicht zerstören lassen.
Prof. Dr. Peter Biegel ist für das Experiment Probeparken auf dem Markt. Hinter ihm stünden 95 Prozent seiner Studenten. Der Bürgermeister beweise Mut, wenn er so eine von vornherein strittige Beschlussvorlage in die Versammlung einbringe.
„Entsetzt“ über die Diskussion der Parkplatzgegner auf dem Markt ist Hans-Peter Rößiger. Hätte das Parlament mehr Selbstständige, die jeden Tag Umsatz bringen müssen, dann sähe es anders aus.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 30. September 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 30. September 2011, 09:45 Uhr
Autor: Von Manfred Feller

Jüngste Kommentare (2)
Die Vernunft hat gesiegt!
von loewenreh
Auch dank realistischer, verantwortungsbewusster Stadtverordneter eine gute
Nachricht für Senftenberg und seine Gäste!
Allerdings werde ich nie begreifen
- wie sich der Gewerbeverein auf die schlechteste aller Varianten so versteifen konnte!
- warum die Stadtverwaltung mehrere Jahre verschlafen und nichts im Neumarktriegelbereich unternommen hat!
Etwas unklar ist für mich auch, welche Rolle das Gewerbevereinsmitglied
`Lausitzer Rundschau` insgesamt gespielt hat.
Zum Schluss: Im Artikel wird behauptet, im erweiterten Altstadtkerngebiet
stünden derzeit nur 160 Parkplätze zur Verfügung. Tatsächlich stehen und haben Platz auf der `Arvato`- Fläche bis zu 200 PKW.
In die Wüste geschickt
von castro
Ein gehöriger Tritt in den Allerwertesten von Herrn Neubert und in den des Gewerbevereins!
Es ist sehr begrüßenswert, dass dieser unsäglichen Diskussion endlich der Wind aus den Segeln genommen wird.
Es war zu erwarten, dass der Disput einseitig enden wird.
Neubert und Co. haben hoch gepokert, und nun? Alles verloren!
Wer den Schaden hat...
Klasse Beitrag übrigens, liebe LR!
Mehr davon!