Air Race-Piloten und das Wetter schlugen Kapriolen
Klettwitz
Das Red Bull Air Race am Wochenende auf dem EuroSpeedway Lausitz zeigte am Wochenende zwei Gesichter: Am verregneten Sonnabend sahen mäßig viele Zuschauer kaum Wettkampf-Flüge. Am Sonntag wurde bei perfekten Bedingungen und voll ausverkaufter Haupttribüne fast nonstop geflogen. Ein Rückblick.
Red Bull Air Race auf dem EuroSpeedway Lausitz (Lausitzring): Red Bull Hostessen renn nach der Sektdusche Foto: Peter Aswendt
Eine junge Frau steht neben der EuroSpeedway-Haupttribüne und schaut auf die Rennstrecke. Sie ruft: „Was macht der für verrückte Sachen!“ Ein Hub-
schrauber fängt in der Luft an zu torkeln, stürzt ab, fängt sich wieder und fliegt normal weiter. Es geht spektakulär los an diesem ersten Air.Race-Veran-
staltungstag am Sonnabend.
Das Show-Programm läuft, auf der Haupttribüne nehmen Tausende Menschen Platz. Vor sich über den Rennwagen-Parcours verteilt, sehen sie 20 Meter ho-
he Pylone, Slalom-Stangen für 15 einmotorige Flugzeuge, die in Hangars entlang der Zielgeraden auf den Einsatz warten. Ihre Spitzen deuten auf einen
wolkenverhangenen Himmel. Um 14 Uhr startet die erste Qualifikationsrunde. Enge Kurven-Flüge verschlagen dem Publikum den Atem. Doch als
der sechste Pilot den Parcours durchflogen hat, bricht die Rennleitung ab. Zu viel Regen, zu viel Wind, erklären die Moderatoren von Großbild-Lein-
wänden. „Wetterunterbrechungen gehören dazu. Das kennen wir hier nicht anders“, nimmt es Klaus Sarodnick (70) aus Lauta (Landkreis Kamenz) ge-
lassen. Er ist sicher: „Es geht bald weiter."
Doch die Hoffnung trügt, die Pause zieht sich hin. Hinter der Haupttribüne belebt sich die Händlermeile. Bester Laune trotz Nieselregens ist Dirk Jüngling. Mit elf Kumpels aus Weißwasser und Nochten (Landkreis Görlitz) ist der 31-Jährige zum Air Race gefahren.
Nicht nur, weil die Flüge schon „übelst geil“ seien. Jüngling feiert auch seinen Junggesellenabschied. Ein paar Meter weiter knuddeln Xenia Karapetian und
Annika Walter aus Eisenhüttenstadt (beide 26) mit dem Eurospeedway-Maskottchen. Ihr Bekannter Armin Reschke fotografiert die Szene. Die Drei
haben Tagestickets nur für den Sonnabend. „Sonnabend sind die beiden Qualifying-Läufe. Das sieht man die meisten Flüge“, erklärt Armin.
Foto: Carla Fischer
Doch das Wetter macht einen Strich durch diese Rechnung. Es fliegt nur noch der Ungar Peter Besenyei. „Langsam“, wie einer der Moderatoren beim Ziel-
einflug kommentiert. Dennoch brandet Applaus auf. „Das reißt mit“, sagt auf der Haupttribüne Thomas Vanzoest, der mit Freunden aus dem Emsland ge-
kommen ist. „Enttäuschend“ sei aber jetzt der wetterbedingte Abbruch. „Safety First“, sagt seine Freundin. Am nächsten Tag ist klar ist, dass die Red Bull Air Race.GmbH den Sonnabend-Besuchern einen Teil des Eintrittsgelds erstattet. „Fair“, findet das Sandra Pfeiffer. Die Österreicherin feuert mit ihren Reisebegleitern Landsmann Hannes Arch an. Dazu scheint die Sonne über einer ausverkauften Haupttribüne. Auch die Nebentribünen sind gut gefüllt.
65 000 Menschen sind gekommen.
Sandra Pfeiffer lobt noch die „tolle Pension in Meuro“, in der sie übernachtet haben, ein paar Kilometer vom EuroSpeedway entfernt. Dann bricht sie das Gespräch ab, weil Arch abhebt. Er vergeigt fast den Einzug in die Finalrunde. Doch Sandra Pfeiffer ist ein Arch-Fan und ganz sicher: „Der berappelt
sich noch.“ Sie kenne ihn.
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