06. Februar 2012, 00:00 Uhr

„Super Sport und super Stimmung“

Hohenbockaer freuen sich über Eislaufbahn, Schradener über Eisstockschießenpremiere

Hohenbocka/Lindenau Das Eis ist nicht gebrochen, trotz eines riesigen Andrangs beim Eisstockstießen auf dem Schulteich in Lindenau. Das könnte aber bei einigen der Teilnehmer in Sachen Begeisterung für diese Sportart durchaus geschehen sein. In Hohenbocka herrschte große Freude über die Spritzeisbahn im Ort.

Auch Hockeyspieler frönen auf der Hohenbockaer Kunsteisbahn dem Wintersport. Foto: Steffen Rasche
Auf der 30x30 Meter großen Fläche am Hohenbockaer Sportplatz kommen seit Freitag Eislauffreunde und Eishockeyspieler voll auf ihre Kosten. Dank der Beleuchtung auf dem neuen Dorfplatz kann die Eisfläche täglich bis 22.30 Uhr genutzt werden. Schon an den ersten Tagen zeigte sich, dass die Kunsteisbahn in Hohenbocka ein Anziehungspunkt ist.

Tino Herzog aus Hohenbocka stellte fest: „So eine Kunsteisbahn hat bisher noch gefehlt. Das ist eine super Sache, vor allem für meine vier Kinder.“ Heike Ernst mit Sohn Julian Paul (9) sagte: „Ich finde diese Eisbahn auf unserer neuen ,Lade' ganz toll. Sie ist ein schöner Treffpunkt für unsere Kinder. Für unsere Schlittschuhe ist es der erste Einsatz in Hohenbocka.“ Von Feuerwehrmann Philipp Lindow (18) war zu hören: „Wir schauen mal, wie sich das Wetter entwickelt. Vielleicht findet hier auch noch ein Eisfasching statt.“

Die Eishungrigen in Lindenau kamen am Sonntag vordergründig aus den Orten rund um Lindenau zu dem kleinen, zugefrorenen See nördlich des Ortes. Sie waren entweder als Schaulustige gekommen oder wollten sich als aktive Sportler am Eisstockschießen beteiligen. Immerhin stellte sich mit Franz Galgenmüller (61) aus Schraden ein einstiger „Profi“ der Bayernliga als Lehrer zur Verfügung.

Der ehemalige Münchner brachte für das Probetraining zwei Wettkampfstöcke und zwei Kinderstöcke zu der etwa 30 Meter langen präparierten Eisbahn mit. „Ich hätte nicht geglaubt, dass sich so viele dafür interessieren. Es war eigentlich mehr ein Gag, und nun so viele Leute“, sagte Galgenmüller in einer Mischung aus bayerischem und Schradener Dialekt und freute sich. Hält Eisstockschießen doch im Elbe-Elster-Land und in der Lausitz Einzug?

Es ging Schlag auf Schlag. Jeder durfte mal probieren. „Auf die Standfestigkeit kommt es hier an. Beim Kegeln läuft man der Kugel hinterher. Das kann man auf dem Eis nicht machen. Komischerweise ziehen bei mir die Stöcke wie beim Kegeln die Kugeln immer nach links“, hatte der leidenschaftliche Kegler Siegfried Tilgner (72) aus Schraden nach seinen ersten Versuchen beobachtet.

„Ja, ja, wenn einer in Rückenlage kommt, das kann gefährlich werden für den Hinterkopf“, warnte Galgenmüller und zeigte auf seine Füße: „Das Geheimnis steckt unter den Schuhsohlen.“ Dort hatte der ehemalige Münchner kleine Ketten angebracht. Auch Kegler Siegfried Tilgner hatte bereits eine Sparvariante der Rutschbremsen gefunden.

Doch nicht nur die Sportler können sich bei zu kräftigem Anlauf überschlagen, auch der schwere Eisstock überschlägt sich bei manch Ungeübten einer Kegelkugel gleich.

Das wiederum heizte die Heiterkeit im Lager der Schaulustigen an. „Super Sport und super Stimmung hier“, sagte Sylke Münnich (46) aus Schraden. „Wir sollten das Eisstockschießen zu uns nach Schraden ziehen. Wenn wir keine Möglichkeit haben, sollten wir eine finden oder eine schaffen“, empfahl sie ihren Nachbarn aus Schraden hinter vorgehaltener Hand.

Zustimmung auch beim Lindenauer Ortsbürgermeister Jürgen Bruntsch (60): „Mit dem Eisstockschießen liegen wir bei den Lindenauern, insbesondere bei unserem Jugendclub, auf der richtigen Wellenlänge. Wir haben hier schon über Jahre solche für unsere Region außergewöhnlichen Extremsportarten erfolgreich ausgetestet“, so Jürgen Bruntsch. Er erinnerte an das Skifliegen und natürlich an den beliebten Lindenauer Bierathlon. Lindenau wäre nicht Lindenau, wäre das beim Eisstockschießen anders. So ist bereits für den kommenden Samstag ab 19 Uhr ein vom Jugendclub organisiertes Sportevent mit Eisstockschießen und Eishockey geplant. Unter Flutlicht natürlich.

Unterdessen war es gesellig geworden auf dem Eis. Bekanntschaften wurden gemacht. Die eine Gruppe scherzte über die andere. Kornelia Neumann (37) lachte, als sie saget: „Wettkampfvorbereitung ist selbstverständlich alles. Dazu gehört auch das Zielwasser. Nebenbei hilft es gegen die Kälte und beflügelt die gute Laune.“ Und flugs kippte die Schradenerin ihrer Eisnachbarin Sylke Münnich (46) gleich noch einen Schluck leckeren Jagertee ein.
Eisstockschießen auf dem Schulteich in Lindenau: Organisator Franz Galgenmüller (61) aus Schraden balanciert. Foto: Veit Rösler
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 10:51 Uhr
Autor: Steffen Rasche und Veit Rösler

Steffen Rasche und Veit Rösler

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