Wenn die Seele beim Musizieren mitschwingt
51 Kinder der Musikschule Oberspreewald-Lausitz beim Regionalwettbewerb Süd in sieben Sparten dabei
Raus aus dem Übungsraum – rauf auf die Bühne heißt es heute und morgen für 389 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 21 Jahren beim Brandenburger Regionalwettbewerb Süd von „Jugend musiziert“ in Guben. Darunter sind 51 junge Musiker der Musikschule des Oberspreewald-Lausitz-Kreises.
Dass es für die Größeren unter ihnen darum geht, eine Teilnahme beim Landeswettbewerb zu ergattern, ist die eine Seite des traditionellen Wettbewerbs. Bundesweit wird er bereits zum 49. Mal in den verschiedenen Ebenen ausgetragen. Seit zwei Jahrzehnten ist er auch im Ostdeutschland etabliert.
Die andere Seite ist für Uli Stein, Leiter des Bereiches Musikschule im Oberspreewald-Lausitz-Kreis, aber auch wichtig: „Beim Regionalwettbewerb lernen sich Mädchen und Jungen kennen, haben die Chance einander zuzuhören, sich zu vergleichen.“ Da werde die Spitze neu definiert. Musiker, die vielleicht in ihrem angestammten Umfeld die Besten sind, lernen sich einzuordnen. So ist der Wettbewerb immer ein Höhepunkt in der Arbeit der Musikschule und gibt allen Beteiligten neue Motivation.
In einer Werkstatt haben sich die Teilnehmer aus dem OSL-Kreis noch einmal im Januar auf das Wettbewerbswochenende vorbereitet. 15 Musikschullehrer haben mit den Kindern geprobt für das große Wochenende, an dem die Besten für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgewählt werden. Sie begleiten die Kinder auch nach Guben.
„Es ist schön zu sehen, wie begeistert und motiviert unsere Schüler bei der Sache sind und wie zielgerichtet sie arbeiten.“ Mit den Proben in der Schule sei das aber nicht getan. „Die Duos beispielsweise treffen sich auch im privaten Umfeld“, berichtet Uli Stein. Eltern und Großeltern unterstützen die jungen Musiker. Ohne sie könne eine Musikschule ohnehin nicht erfolgreich sein. Auch nach Guben werden die Kinder von ihren Familienangehörigen gebracht.
Was in welchen Sparten bewertet wird, gibt eine sich von Jahr zu Jahr ändernde Ausschreibung vor. Sie ist für den gesamten 49. Wettbewerb gültig und ermöglicht so eine Vergleichbarkeit. Dennoch ist die Jury-Arbeit anstrengend, weiß Uli Stein. Er wird als Pianist an beiden Tagen in der Holzbläser-Gruppe sitzen, die teilweise auch von Klavier-Korrepetitoren begleitet wird. Neben der Bewertung sei vor allem das Beratungsgespräch wichtig. Darin bekommen die Kinder nach ihrem Vortrag Ratschläge und Hinweise. „Vor allem aber wollen wir sie ermutigen und aufbauen“, sagt der Musikschulleiter. Inhaltlich müssen die Jury-Mitglieder nicht einer Meinung sein. „Es ist wie immer in der Kunst – da ist vieles auch Ansichtssache.“ Die bewege sich im Spannungsfeld zwischen handwerklich sauberem Spiel und künstlerischer Ausdruckskraft, der Seele, die mitschwingt.
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Erstellt am: 10. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Februar 2012, 12:59 Uhr
Autor: Von Heidrun Seidel

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