04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Trennungswohnung für Lübbenau

Genossenschaft bietet Unterschlupf für Auszeit / 220 Hochzeiten, 45 Scheidungen

Lübbenau Auszeit in der Ehe, Luft holen in der Partnerschaft, das Leben neu sortieren? Die Lübbenauer Wohnungs-Genossenschaft hat für den Fall der Fälle eine Wohnung parat.

Holger Siebert, Vorstand der GWG Lübbenau. Foto: Jan Gloßmann Foto: Jan Gloßmann
Ein Manager aus einer Nachbarstadt von Lübbenau war schon da, und ein Paar mit Haus auf dem Land hat sich sogar mal abgewechselt während einer Auszeit: Die Gemeinschaftlichen Wohnungsbaugenossenschaft bietet in der Neustadt eine „Trennungswohnung“.

Eine solche gab es bislang im Musikerviertel in Lübbenau. Diese ist in dem von der GWG aufgepeppten Quartier nun dauerhaft vermietet. Doch der Bedarf ist offenbar so groß, dass nunmehr eine neue Wohnung in der Albert-Schweitzer-Straße zur Verfügung gestellt wird. Zwar trauten sich 2011 in Lübbenau und Vetschau 220 Paare. Immerhin verzeichnet die Stadtverwaltung Lübbenau fürs gleiche Jahr 45 Scheidungen – ausreichend Potenzial für eine solche Wohnung.

Die Idee dazu stammt von Holger Siebert, im Vorstand der Genossenschaft unter anderem fürs Marketing zuständig. Die Idee ist aus dem Leben gegriffen, aber nicht aus dem eigenen. Siebert lächelt und sagt: „Viele kennen das: Da wird einem der Koffer vor die Tür gestellt oder jemand braucht mal eine Auszeit. Was tun?“ Für maximal drei Monate können Mann oder Frau dann die drei Räume bietende, 60 Quadratmeter große Wohnung bei der Genossenschaft mieten.

Jeden Dienstag schaut sich die GWG-Spitze in einer internen Runde die Wohnungswünsche der Mitglieder oder neuer Kunden an. „Wenn da als Grund für einen Wohnungsantrag beispielsweise steht ‚Trennung der Gemeinschaft', dann kann man ja auch mal dieses Angebot machen. Es muss aber keiner was erklären.“ Es werde unterschieden zwischen Anträgen auf Mitgliedschaft und auf die „Trennungswohnung“. Diese ist möbliert, liegt in einer oberen Etage – sonst eher mäßig vermietet -, und die Kosten werden pro Monat im Voraus bezahlt. Letztlich ist das Angebot auch Kunden-Bindung, wie Siebert unumwunden zugibt. „Das ist wie mit dem Sparbuch für Kinder. Das wird von den Eltern angelegt, und das Kind bleibt später bei der gleichen Bank.“ Die GWG denke mit der Trennungswohnung „durchaus auch an neue Mieter“. Basis bleibe jedoch die Satzung der Genossenschaft und damit ein wirtschaftlicher Umgang mit der Wohnung.

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Zum ThemaDie neue „Trennungswohnung“ in Lübbenau verfügt zudem über einen besonderen Clou, sagt Holger Siebert. „Wir haben dort zu Test- und Anschauungszwecken ein Musterbad eingerichtet, mit viel Licht, abgehangenen Decken und trendigem Interieur“, erklärt das Vorstandsmitglied. Die Möbel fürs Wohnzimmer stammen von einem Genossenschafter, der seine Wohnung gerade neu eingerichtet hat. Die Monatsmiete liegt bei etwa 370 Euro warm.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 08:58 Uhr
Autor: Von Jan Gloßmann

Von Jan Gloßmann

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