17. Mai 2011, 00:00 Uhr

Schüler bauen Farbstoffsolarzellen

"Science on tour Lausitz" am Oberstufenzentrum in Lübbenau

Lübbenau Spannende Angebote zum Anfassen unterbreitet ein mobiles Schülerlabor der Hochschule Lausitz im ganzen Land Brandenburg. Station hat es auch am Oberstufenzentrum in Lübbenau gemacht. Schüler der Technikklasse 11 stellten selbstständig Farbstoffsolarzellen her.

Dem Thema erneuerbare Energien haben sich die Schüler der Technikklasse 11 des Lübbenauer Oberstufenzentrums bei einem Projekt genähert, das die Hochschule Lausitz im Jahr 2008 auflegt hat. „Seither haben wir 4000 Schüler erreicht. Allein im vergangenen Jahr besuchten wir mit dem mobilen Labor 38 Schulen im Land Brandenburg und bestritten 106 Kurse“, sagt Projektleiter Sebastian Hänsel (31). Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Union und die Bundesagentur für Arbeit. Wendy Bergmann, Biotechnologiestudentin im sechsten Semester, will auf diese Weise Brücken spannen zwischen Hochschule und Schülern, sie begeistern und ihr Interesse an einem späteren Studium wecken.

Dass es beim Erschließen erneuerbarer Energien erheblichen Nachholebedarf gibt, erfahren die Schüler, bevor sie selbst Farbstoffsolarzellen herstellen. So würden die Windernergie 6,3 Prozent, Biomasse 4,3, Wasserkraft 3,3 und die Sonnenenergie gar nur ein Prozent der Energieproduktion ausmachen, sagt Sebastian Hänsel. Bei einem kurzen historischen Exkurs erfahren die Fachoberschüler, dass im Jahr 1838 von Bequerel der photovoltaische Effekt entdeckt wurde. Erst vor sechs Jahren ist die industrielle Produktion von Farbstoffzellen gestartet.

Eine Farbstoffsolarzelle, erfunden 1991 von Michael Graetzel, stellen sie nun selbst her. Ihr Nachteil gegenüber der Siliziumsolarzelle ist vor allem der geringe Wirkungsgrad. Verwendet wird von den Schülern, die mit weißen Kitteln, Schutzbrillen und Handschuhen ausgestattet sind, der wasserlösliche Farbstoff von Hibiskusblüten. Der wird auf eine Photoelektrode aufgebracht. Jacob Roth aus Lübbenau und Felix Franzeck aus Schipkau sind konzentriert bei der Sache, bis sie am Ende ihres Versuchs angelangt sind. Abschließend bauen sie einen Messplatz auf und testen ihre Zellen.

Die Angebote des Projektes stammen aus dem Lehr- und Forschungsbereich der Hochschule Lausitz. Sie ergänzen unter wissenschaftlicher Anleitung den Unterricht. Zum Spektrum gehören nach Angaben Hänsels im Bereich der Biotechnologie der Vergleich von DNA-Proben zur Identifizierung von Personen, in der Chemie, die Herstellung der Arzneiwirkstoffe Aspirin und Paracetamol, der Bau einer Farbstoffsolarzelle und die Herstellung von Kosmetik. Die grafische Programmierung von Legorobotern gehört zum Informatik-Angebot.

Weitere Informationen im Internet unter www.scienceontourlausitz.de.
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Erstellt am: 17. Mai 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Mai 2011, 09:51 Uhr
Autor: Von Hannelore Kuschy

Von Hannelore Kuschy

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