Pro und Kontra zur Ortsumfahrung der B 169 bei Neupetershain
RUNDSCHAU-Umfrage in der Gemeinde
Neupetershain Die Bundesstraße 169 zählt mit einer Länge von 257 Kilometern zu den wichtigsten Verkehrsadern des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen. Ihr Ausbau wird von beiden Bundesländern vorangetrieben, inklusive Ortsumgehungen.
In einigen Jahren könnte eine solche für die Gemeinde Neupetershain aktuell werden. Jürgen Pufe, Leiter der Arbeitsgruppe Verkehrsinfrastruktur/Tagebau/Regional- und touristische Entwicklung, hat Bedenken der Neupetershainer zu der geplanten Ortsumfahrung der B 169 zum Ausdruck gebracht. „Durch die favorisierte Umfahrung durch den einzigen vom Bergbau verschonten Wald wird die Attraktivität von Neupetershain und Neupetershain-Nord infrage gestellt", sagte er. Die RUNDSCHAU wollte nun von Einwohnern wissen, welche Hoffnungen, aber auch welche Befürchtungen sie mit dieser Baumaßnahme verknüpfen.
Udo Kittan: Die durch den Straßenverkehr beeinflusste Wohnqualität für die Anwohner der B 169 sollte unbedingt verbessert werden. Statt aber ein weiteres Stück Natur, von großer Bedeutung für die Lebensqualität in unserem Ort, zu opfern, sollte über eine Verbesserung der bisherigen Ortsdurchfahrung nachgedacht werden. Im Gegensatz zu Allmosen ist in Petershain Platz vorhanden, um mit der Fahrbahn von den Grundstücken abzurücken. Möglicherweise könnten zusätzlich Schallschutzeinrichtungen installiert werden. Darüber muss mit Fachleuten diskutiert werden.Günther Ludwig: Es ist genügend Zeit vorhanden, um alle möglichen Optionen für das Bauvorhaben der B 169 abzuwägen. Mit Schnellschüssen ist niemandem geholfen. Welche Variante auch immer den Zuschlag bekommt, dem Lärmschutz muss in jedem Fall besondere Bedeutung beigemessen werden. Schutzwände, Erdwälle oder natürliche Vegetation – deren Erhalt oder rechtzeitiges Pflanzen vorausgesetzt – könnten Anwohner vor unerträglichen Belastungen schützen.
Paul Waschk: Eine Umgehungsstraße würde den Anwohnern der B 169 gut tun. Der Verkehrslärm ist schon erheblich und hat nach Einführung der Lkw-Maut tatsächlich stark zugenommen. Unser Schlafzimmer befindet sich auf der zur Bundesstraße zugewandten Hausseite. Ein Schlafen bei offenem Fenster ist inzwischen gar nicht mehr möglich. Irgendwie verstehe ich aber auch die Waldbesitzer und Naturliebhaber, die einer eventuellen Nordumfahrung der Bundesstraße skeptisch gegenüberstehen. Für diese würde eine gewaltige Schneise durch den Wald geschlagen werden. Gottfried Bodenmüller: Schon im Voraus sollten alle Vorzüge und Nachteile einer Ortsumfahrung rechtzeitig abgewogen werden. Eine Süd- oder Nordumfahrung wäre von einer erheblichen Flächeninanspruchnahme gekennzeichnet. Im Norden müssten für den Ausbau Teile des Waldes weichen und im Süden Teile der idyllischen Allee zwischen Neupetershain-Nord und Ressen. Wichtig ist auf jeden Fall ein faires Miteinander bei der Suche nach einer Lösung, mit der die Betroffenen leben können und die ein möglichst geringes Maß an Belastungen verspricht. Reiner Hanisch: Wir wohnen in zweiter Reihe zur B 169 und können froh darüber sein, dass durch die dazwischenliegenden Wohngrundstücke ein Vielfaches des Verkehrslärms geschluckt wird. Das Auftragen einer neuen Fahrbahndecke führte zwar zu einer Minderung der Lärmbelastung. Jedoch sind die Vorzüge dieser Sanierung durch zunehmendes Verkehrsaufkommen wieder aufgebraucht. Der stete Ausbau der B 169 wird noch mehr Verkehrsteilnehmer als bisher dazu animieren, die Autobahnen 13 und 15 zu meiden und auf die Bundesstraße auszuweichen. Insbesondere werden das die Brummis sein, die sich dadurch die Zahlung von Mautgebühren ersparen.
Erstellt am: 12. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. März 2010, 10:43 Uhr
Autor: Uwe Hegewald

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