11. März 2010, 00:00 Uhr

Neupetershainer haben lange Wunschliste für Ortsumgetaltung

Neupetershainer diskutieren mit „Stadtlandprojekte” Umgestaltung des Ortes

Neupetershain Die Entwicklung der Gemeinde Neupetershain und der Ortslage Nord war Thema einer öffentlichen Beratung am Dienstagabend im Bürgertreff am Wasserturm. Eingeladen hatten das Berliner Planungsbüro „Stadtlandprojekte“ sowie die im Januar dieses Jahres gebildeten vier Arbeitskreise. Die Neupetershainer überraschten die Gäste aus Berlin mit vielen Wünschen und Anregungen zum Wohlfühlen in ihrem Ort.

Mit Unterstützung aus den Reihen der Arbeitskreise haben Cordula Reichelt (Stadtlandprojekte), Marina Nasdall, Georg Balzer (Stadtlandprojekte), Jürgen Pufe, Brigitta Ferchof und Jürgen Dabow (v. l.) die Regie zur Erneuerung und zum Umbau in Neupetershain übernommen. Foto: U. Hegewald Foto: U. Hegewald
Feuer und Flamme hatten die Teilnehmer des ersten Treffens versprühten. Es sollte kein Strohfeuer sein. „Entdecken Sie Ihren Ort neu und bringen Sie Ihre Wünsche und Anregungen zu Papier“, hatte Diplom-Ingenieur Georg Balzer den Arbeitsgruppen als Hausaufgabe mitgegeben. Wie gut sie diese erledigt haben, rang ihm und Büro-Kollegin Cordula Reichelt größten Respekt ab. „Eine so detaillierte Ausarbeitung habe ich in meiner langjährigen Praxis noch nie erlebt“, sagt Balzer und lobt insbesondere „das vorausschauende Auftreten“.

Über eine Stunde lang zählen die Leiter der Arbeitsgruppen Neupetershainer Vorzüge auf, verweisen auf Schmuddelecken, die zur Schaffung eines einladenden Ortsbildes unbedingt beseitigt werden müssten und unterbreiten Vorschläge, wie mit verwaisten Immobilien verfahren werden sollte. 

„Ein attraktiver Bahnhof mit Café, Imbiss, Fahrradstation, Räume, in denen unsere Modellbahnbauer Anlagen ausstellen und ein ansprechender Bahnhofsvorplatz“, gehören zu den vielen Vorschlägen des Arbeitskreises Verkehrsinfrastruktur/Tagebau/Regional- und touristische Entwicklung. Ihr Leiter Jürgen Pufe regt an, Vattenfall ins Boot zu holen. „Möglicherweise ist der Energiekonzern bereit, Neupetershain Abrisstechnik und -personal zur Verfügung zu stellen, das momentan in Haidemühl im Einsatz ist“, sagt er.

Wie lang die Liste der abrissbedrohten Gebäude ist, erfuhren die knapp 40 Gäste von Marina Nasdal. „Es gibt zu viele Ruinen im Ort“, sagte die Leiterin des Arbeitskreises Entwicklung öffentliche Bereiche/Ortsbild. „Die Kommune hat viel zu tun.“ Im Visier der Arbeitsgruppe stehen 31 Objekte im kommunalen Bestand und 19 Privatgrundstücke.  Jürgen Dabow appellierte an die Bürgerpflicht, Grundstücke und Gebäude in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. „Bei groben Verstößen muss auch mal das Ordnungsamt aktiv werden“, so der Sprecher des Arbeitskreises Wohnen.

Ein konsequentes Mitziehen von Amt und Kommune wünscht sich das Arbeitskreis-Team „Soziale Infrastruktur“ um Brigitta Ferchof. „In einer Umfrage haben wir erfahren, dass sich Rentner und Jugendliche oft allein gelassen fühlen“, sagt sie. Erzieher und Eltern, deren Kinder den Schulhort oder die Kindertagesstätte besuchen, hoffen laut Umfrage an beiden Gebäuden sowie im Außengelände auf bauliche Fortschritte.

Bis zur nächsten Beratung, am 21. April wird das Büro „Stadtlandprojekte“ die Vorschläge bündeln und die Neupetershainer „Wunschlisten“ den Verwaltungen zukommen lassen.
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Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 09:16 Uhr
Autor: Von Uwe Hegewald

Von Uwe Hegewald

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