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Lübbenau

Landwirte bei Frost in den Startlöchern

Fleißdorf Der Winter ist noch nicht weg und der Frühling noch nicht da. Die Landwirte aber zwischen Altdöbern und Vetschau stehen in den Startlöchern und hoffen darauf, dass es mit den Nachtfrösten bald vorbei ist und die Böden auftauen. „Deshalb geht momentan nicht allzu viel. Wenigstens haben Winterroggen und Raps bisher keinen Schaden genommen“, sagt Rainer Wendland, Betriebsleiter der Altdöberner Agrar GmbH. Er könne sich nicht daran erinnern, dass in seinen 20 Jahren als Landwirt jemals so lange Schnee gelegen hat wie in diesem Winter.

12.03.2010

Marion Pöschke von der Gärtnerei Fleißdorf trägt die gerade aus dem Raum Torgau eingetroffenen Blumenkohlpflanzen ins Gewächshaus. Am 19. und 20. März sollen die ersten Pflanzen - vom Blumenkohl bis zum Stiefmütterchen - am Göritzer Hfladen verkauft werden.
„So reparieren wir jetzt noch die Technik. Einige meiner Mitarbeiter bummeln Überstunden ab. Wenn die Böden aufgetaut sind, muss es sofort mit dem Düngen losgehen“, erzählt der 49-Jährige. Dung aus der eigenen Tierhaltung mit 450 Rindern werde dann ausgebracht. Rainer Weiland bewirtschaftet mit 32 Angestellten gute 2000 Hektar bei Altdöbern, Reddern und Gosda. Anschließend sei zu pflügen und mit der Grünlandpflege zu beginnen. Mit dem Grünschnitt werde die eigene Biogasanlage gefüttert.

Gelassen sieht Wolfgang Sawade vom Landwirtschaftsbetrieb Zinnitz/Groß Jehser den nächsten Wochen entgegen, auch wenn der hundertjährige Kalender nach seinen Recherchen einen kalten und regnerischen April verheißt: „Ich sage immer: Die Natur hilft sich selber und holt auf.“

Derzeit werde die Halle am Zinnitzer Schafstall aufgeräumt, in die künftig Ponys einziehen sollen. „Unseren Häcksler, der sonst im Mai mit der Wartung dran ist, nehmen wir uns jetzt vor. Auch das Mähgerät muss funktionieren, wenn die Luzerne auf 376 Hektar Kippenfläche gemäht werden muss. Wir haben nur zehn Tage Schnittzeit“, sagt Sawade. Insgesamt sind 1487 Hektar Ackerfläche zu bewirtschaften. Davon sind 75 Prozent Kippenland, auf dem vor allem Luzerne wächst. Sie wird unter anderem für Biogasanlagen siliert. Mais und Luzernegras werden im Landwirtschaftsbetrieb auch für den Eigenbedarf angebaut. „Immerhin wollen 500 Rindermäuler was zu fressen haben“, erklärt Sawade.
Von Hannelore Kuschy
 
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