14. Dezember 2010, 00:00 Uhr

Fürs Blut kreuz und quer im Spreewald unterwegs

Hildegard Pullwitt arbeitet ehrenamtlich für die Spendeaktionen des Deutschen Roten Kreuzes in Lübben

Lübben Wir suchen mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, jeweils aus drei Vorschlägen einen Menschen des Monats, um im Januar 2011 den „Menschen des Jahres“ küren zu können – in einer Leserwahl. Mensch des Monats November wurde Anke Müller aus Lübbenau. Für Dezember stellen wir Hildegard Pullwitt (82) aus Lübben (Dahme-Spreewald) vor. Sie ist ehrenamtliche Koordinatorin der Blutspenden beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Lübben.

Klare Sicht für den Einsatz: Hildegard Pullwitt aus Lübben ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für das DRK tätig und verantwortlich für die Blutspendeaktion. Foto: Thomas Seifert/ths1 Foto: Thomas Seifert/ths1
Hildegard Pullwitt mag flotte Autos. Mit ihrem Dacia Logan, den sie im Sommer gekauft hat, fährt sie kreuz und quer durch den Spreewald und organisiert die Blutspendeaktionen beispielsweise in Lübben, Schönwalde, Goyatz, Lieberose oder Straupitz. Egal ob in Sommerhitze oder Winterkälte - Hildegard Pullwitt ist immer unterwegs, fährt die einzelnen Blutspendestationen an, bringt Getränke und den Imbiss für die Spender vorbei. Auf ihren Touren wirbt sie bei den Menschen, Blut zu spenden und hängt Plakate des DRK Lübben mit den geplanten Blutspendeterminen auf. »Ich muss«, sagt Hildegard Pullwitt, denn sie weiß, dass trotz der vielen Aufrufe die Bereitschaft zur Blutspende noch besser sein könnte. Der Bedarf an Blut steigt. Die Zahl der älteren Patienten, die bei Operationen auf Fremdblut angewiesen sind, wird in den kommenden Jahren größer. Jüngere Menschen müssten erst von der Wichtigkeit der Blutspende überzeugt werden. Das bemerkt Hildegard Pullwitt auch in ihrer eigenen Familie. Ihre fünf Kinder spenden gern und oft, ihre zwölf Enkel sind da etwas zögerlicher. Wenn sie könnte, würde sie, so wie sie es früher regelmäßig gemacht hat, auch selbst noch spenden. Doch dafür ist sie mit 82 Jahren - medizinisch betrachtet - zu alt. Denn Blut spenden darf man in Deutschland zwischen 18 und 68 Jahren, soweit man gesund ist.

 

Fast ihr ganzes Leben lang hat Hildegard Pullwitt mit Blut zu tun. Seit 1964 arbeitet sie für die Blutspende. Erst in ihrem Beruf als Krankenschwester in Lübben, später als Medizinische Assistentin beispielsweise in Cottbus, dann nach der Wende als Rentnerin ehrenamtlich.

 

Auf dem Blutspende-Tourenplan von Hildegard Pullwitt steht an diesem Tag Schönwalde. Die Zeit drängt, denn sie muss noch Eier kochen, Würstchen warm machen, Brötchen schmieren, Obst waschen und Getränke kaufen. Die Spender müssen vor und nach der Blutentnahme gut versorgt werden. »Viel trinken ist wichtig«, sagt Hildegard Pullwitt, die früher die Spender auch auf deren gesundheitliche Tauglichkeit untersucht hat. Immerhin werden einem Spender bei einer Vollblutspende aus einer Vene in der Ellenbeuge etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Das Gefäßsystem des erwachsenen menschlichen Körpers enthält etwa 70 bis 80 Milliliter Blut pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht etwa fünf Liter Blut. Spannend findet sie, was sich Mediziner und Wissenschaftler in Zukunft einfallen lassen werden, um den großen Bedarf an Blut zu decken. Vielleicht, so überlegt sie, gibt es irgendwann eine Substanz, die Spenderblut ersetzten kann. »Künstliches Blut oder so etwas.« Ob das je gelingen wird, bezweifelt sie. Denn Blut hat so viele verschiedene Funktionen und ist mehr als nur eine Körperflüssigkeit. Also wird sie weiter für die Blutspende im Spreewald unterwegs sein.

 

Auch deshalb wurde Hildegard Pullwitt jüngst vom Landkreis Dahme-Spreewald für ihr ehrenamtliches Engagement als aktives Mitglied im DRK Ortsverein Lübben geehrt. Landrat Stephan Loge (SPD) übergab ihr eine Urkunde. Der Spruch vom Arzt und Philosophen Albert Schweitzer, der auf der Urkunde steht, ist für sie Bestätigung und Ansporn. »Das Wenige, das Du tun kannst, ist viel.« Hildegard Pullwitt tut viel, aber das ist ihr noch zu wenig. ths1

 

Zum Thema:

Jeden Monat wollen wir die Menschen des Monats vorstellen. Dazu sind Ihre Vorschläge willkommen. Schreiben Sie an die Spreewald-Redaktion, Alte Huttung 1, 03222 Lübbenau oder mailen Sie an red.spreewald@lr-online.de. Gewählt werden kann nach der Vorstellung aller drei Menschen des Monats bis Ende November unter www.lr-online.de/menschen10, per Karte oder Brief an die Spreewald-Redaktion.
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Erstellt am: 14. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Dezember 2010, 15:32 Uhr
Autor: Von Thomas Seifert

Von Thomas Seifert

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