RVS will sich auf Schienenersatzverkehr ab Mai vorbereiten
Lübben
Das regionale Busunternehmen RVS setzt auf die Hilfe seiner Fahrgäste, um die bestmöglichen Anschlüsse für den Schienenersatzverkehr ab dem 3. Mai zu finden. Nötig wird das nach Auskunft von RVS-Marketingleiter Lutz Strohschein (Foto) wegen der Sperrung der Bahnstrecke nach Berlin. Am stärksten betroffen werden seiner Ansicht nach die Linien 472, 500 und 518 sein. Konflikte sind schon jetzt vorprogrammiert.
Denn die RVS-Busse bringen nicht nur die Berufspendler zum Lübbener Bahnhof – dem wichtigsten Verknüpfungspunkt im Spreewald in Richtung Berlin – , sondern auch Kinder und Jugendliche zur Schule. „Bislang sind unsere Fahrten mit dem Fahrplan der Bahn abgestimmt“, sagt Lutz Strohschein. „Wir haben dann aber das Problem, dass sich die Ankunfts- und Abfahrtzeiten der Ersatzbusse gegenüber dem gewohnten Takt der Züge verändern werden.“ Die Schnellbusse zwischen Lübben und Königs Wusterhausen über die Autobahn werden 20 Minuten länger unterwegs sein als die Bahn. Die Regionalbusse, die alle Bahnhöfe entlang der Strecke anfahren, brauchen sogar noch eine noch halbe Stunde länger.
„Wenn wir unsere jetzigen Fahrpläne beibehalten, würden wir die Reisezeiten für Umsteiger nochmals verlängern. Andererseits würden wir durch eine Anpassung an die Fahrzeiten des Schienenersatzverkehrs andere wichtige Netzverknüpfungen aufgeben und könnten auch die Schulen nicht mehr wie bisher bedienen“, erklärt Strohschein das Dilemma. Einzige Lösung: Ein Teil der Fahrten wird so belassen wie bislang, andere werden angepasst. Dafür muss das Busunternehmen aber wissen, wann die Fahrgäste welche Umstiegsverbindungen von und zum Schienenersatzverkehr brauchen (siehe Hintergrund).
Zusätzliche Busse geplant
Die RVS geht eigenen Angaben zufolge zunächst davon aus, dass sie zuätzliche Busse auf Fahrt schicken wird. Darauf habe sich das Unternehmen bereits vorbereitet. So hat die RVS laut Strohschein zwölf neue Busse – die übliche Sommerlieferung – bereits in der Garage stehen. Zudem beteiligt sich das Busunternehmen an der Ausschreibung der Deutschen Bahn für den Schienenersatzverkehr.
Sollte die RVS den Zuschlag erhalten, könnten auch die Anschlüsse zwischen den normalen Linien und dem Ersatzvekehr intern koordiniert und damit gewährleistet werden. Doch eine Entscheidung steht noch aus, das Ausschreibungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Dauerstau in Lübben
Der Vorschlag der RVS, den Umstiegsverkehr nicht am Lübbener Bahnhof, sondern in Duben direkt an der Autobahn zu organisieren, um so den Stau in Lübben zu umgehen, war laut Strohschein von der Deutschen Bahn abgelehnt worden. Begründung: Der Schienenersatzverkehr muss die Bahnhöfe bedienen. Doch problematisch wird nach Ansicht der RVS das Baustellengeschehen in der Stadt Lübben. So wird derzeit die Luckauer Straße ausgebaut. In absehbarer Zeit wird in diesem Zusammenhang auch die Einfahrt zur Bahnhofstraße gesperrt werden müssen. Außerdem steht die Sanierung der Bahnhofstraße auf dem Plan.
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