09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Dahme-Spreewald erhält Großteil von Naturschutzfonds-Mitteln

2009 sieben Vorhaben in Flughafennähe

Lübben Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg hat im vergangenen Jahr im Landkreis Dahme-Spreewald rund 712 000 Euro für Projekte ausgegeben. Darüber informiert Geschäftsführer Dr. Bernhard Schmidt-Ruhe. Damit sind 42 Prozent – also der Löwenanteil – der Gesamtmittel von knapp 1,7 Millionen Euro von 2009 in den Landkreis geflossen.

Haupteinnahmequelle für den Naturschutzfonds sind derzeit Ersatzzahlungen von Unternehmen, die für den Bau des künftigen Hauptstadtflughafens BBI, Flächen in Anspruch nehmen. Davon sind aus Dahme-Spreewald der Stiftung zufolge im Jahr 2009 insgesamt 2,6 Millionen Euro an den Naturschutzfonds gezahlt worden, dazu noch weitere 850 000 Euro aus dem Landkreis Teltow-Fläming.

Acht Projekte hat die Stiftung im vergangenen Jahr begonnen, deren Umsetzung sich über mehrere Jahre hinziehen wird. Sieben davon werden im direkten Flughafenumfeld in Schulzendorf, Schönefeld, Wildau und Zeuthen realisiert. „Das ist nur fair und sinnvoll“, erklärt Stiftungssprecher Marc Thiele. „Die Ersatzleistungen sollen möglichst dort umgesetzt werden, wo die Eingriffe in die Natur stattfinden.“ Zu den Vorhaben gehören neben der Sanierung von Kleingewässern auch die Ergänzung einer Obstbaumallee sowie die Revitalisierung von Gräben. Neben diesen sieben Projekten beteiligt sich der Naturschutzfonds auch am Alleenkonzept des Landkreises Dahme-Spreewald (die RUNDSCHAU berichtete). Dafür gibt der Fonds 140 000 Euro aus.

In diesem Jahr beteiligt sich die Stiftung laut Geschäftsführer Schmidt-Ruhe an dem Projekt zum Erhalt und Wiederherstellung kalkreicher Niedermoore in Brandenburg. Dafür seien bereits fünf Standorte im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald auserkoren worden und insgesamt 75 Hektar Land gesichert worden. Dazu gehören: Toepchiner Seen, Pätzer Hintersee, Löptener Fenne und Wustrickwiesen, Mühlenfließ-Sägebach (Kaltwasserteiche) und Quellnische Neuendorf. Das Projekt ist auf die kommenden fünf Jahre angelegt und wird auch von der Europäischen Union unterstützt.

Der Naturschutzfonds sei stets bestrebt, zusätzliche Fördertöpfe für seine Vorhaben anzuzapfen. „Im Durchschnitt schaffen wir es, aus einem Euro an Ersatzzahlungen drei Euro über Kofinanzierung zu machen“, erklärt Schmidt-Ruhe.
 

 

Hintergrund: Ersatzzahlungen für Flughafenbau

2005: Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg erhielt insgesamt 2,6 Millionen Euro, davon 1,9 Millionen Euro aus LDS und 640 000 Euro aus TF.

2006: 5,1 Millionen Euro, davon 3,9 Millionen Euro aus LDS und 1,3 Millionen Euro aus TF.

2007 bis 2009: 3,4 Millionen Euro, davon 2,6 Millionen Euro aus LDS und 850 000 Euro aus TF.

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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 12:51 Uhr
Autor: pk

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