02. September 2010, 00:00 Uhr

Cottbuser Call-Center im Aufschwung

Branche boomt / Am Samstag offene Türen

Cottbus Kay Urban ist 35 Jahre alt, gelernter Zimmerer und seit ein paar Jahren Callcenter-Mitarbeiter in Cottbus. Er lobt die „guten räumlichen Gegebenheiten und das familiäre Klima“ in seiner Firma. Marcella Frankowski ist 39 Jahre alt, Mutter dreier Kinder und über die Arbeit in einem Cottbuser Callcenter in der Minijob-Zentrale bei der Knappschaft Bahn-See gelandet.

Trotz der Schichtarbeit ließen sich Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen. »Ich bereue es auf keinen Fall, diesen Weg eingeschlagen zu haben«, sagt die gelernte Bürokauffrau.

Die beiden Cottbuser haben in einer Branche Fuß gefasst, die wie kaum eine andere in den vergangenen Jahren in Cottbus gewachsen ist. Mehr als 3000 Menschen haben inzwischen bei einem der Callcenter einen Job gefunden. »Wir sind als Stadt im Service- und Dienstleistungsbereich gut aufgestellt«, sagt Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD).

Weiteres Wachstum zeichnet sich ab. So kündigen beinahe alle Häuser in den nächsten Wochen Neueinstellungen an. Auch die Ausbildung nimmt einen immer wichtigeren Platz ein. Angeboten werden Lehrstellen als Kauffrau/Kaufmann, Servicefachkraft oder Fachinformatiker. Die Unternehmen ziehen sich immer häufiger die eigenen Mitarbeiter heran. »Denn die Anforderungen an den Einzelnen steigen«, sagt Michael Jendges von »arvato direct services«.

»Wir sichern uns damit das Personal vor Ort«, ergänzt Karsten Kubusch von Walter Services GmbH. »Das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert«, erklärt seine Kollegin Karin Marsch. Das Fräulein vom Amt muss heute auch mit E-Mail, SMS und Chat arbeiten. Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See habe von der Vorarbeit der Callcenter in der Stadt für die eigene Minijobzentrale profitiert, sagt Denis Kettlitz, Sprecher der Regionaldirektion Cottbus.

Obwohl alle Unternehmen inzwischen auch hart um gute Mitarbeiter kämpfen, schließen sie sich bereits seit mehreren Jahren für die Lausitzer Call-Center-Open zusammen. Am kommenden Samstag steigt die vierte Auflage.

Zum Thema:
Lausitzer Call-Center-OpenZur vierten Auflage der Lausitzer Call-Center-Open laden die in Cottbus ansässigen Unternehmen am Samstag, 4. September, von 10 bis 16 Uhr in die Spreegalerie ein. Mitarbeiter und Auszubildende wollen über ihre Arbeit in einem der Cottbuser Callcenter berichten. Die Unternehmen informieren nach eigenen Angaben über geplante Neueinstellungen und das Anforderungsprofil an die künftigen Mitarbeiter.In der Zeit von 10 bis 14 Uhr haben außerdem alle Cottbuser die Gelegenheit, die Call-Center von Callplus in der Parzellenstraße 27 bis 28 sowie von walter services am Ostrower Damm 19 beziehungsweise in der Gerhart-Hauptmann-Straße 10 zu besichtigen.
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Erstellt am: 02. September 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. September 2010, 02:33 Uhr
Autor: Von Sven Hering

Von Sven Hering

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