Autofahrer ignorieren Schritt-Tempo
Polizei und Politessen sind in Senftenberg Verkehrssündern gemeinsam auf der Spur
Senftenberg Die Senftenberger Innenstadt ist eine verkehrsberuhigte Zone. Viele Kraftfahrer haben keine Ahnung, wie sie sich dort verhalten sollen. Oder sie ignorieren die Regeln. Die Ordnungshüter könnten dort im Minutentakt abkassieren.
Für die Revierpolizistinnen Aina Gutschmidt und Kerstin Müller sowie die Politessen Gisela Niekisch und Kerstin Paul Anlass genug für gemeinsame Kontrollgänge. Am Donnerstagvormittag wurde der Anfang gemacht.
Binnen einer Stunde haben Aina Gutschmidt und Gisela Niekisch in der Schlossstraße 32 Fahrzeuge gezählt. „Acht wurden angehalten, weil sie die Schrittgeschwindigkeit von vier bis sieben km/h deutlich überschritten hatten“, so die Polizeibeamtin.
Ohne Messgerät reicht ihre Temposchätzung, um von jedem Sünder 15 Euro Verwarngeld zu verlangen. Doch diesmal bleibt es bei der Belehrung. Die Fahrer sind einsichtig, oftmals aber auch unwissend. „Viele denken, sie befinden sich in einer 30-er-Zone“, hören die Beamtinnen immer wieder. Am Neumarkt passieren 24 Fahrzeuge den Kontrollposten. Sieben Fahrer werden laut Kerstin Müller mündlich verwarnt. Drei sind jedoch so schnell gewesen, dass sie zahlen müssen.
Auf dem Altmarkt am Rathaus ist Markttag. Hausherr ist an diesem Tag die Marktgilde. Falschparker entgehen der Kontrolle. Ansonsten werde dort drei- bis viermal täglich belehrt, aber auch zur Kasse gebeten. Und das bis in den Abend hinein.
Das Parken auf dem Markt ist seit Jahren untersagt und bleibt es nach dem Willen der Abgeordneten. Seit Jahren wird dagegen aber auch mit großer Hartnäckigkeit verstoßen.
Ob auf dem Markt, an der Sparkasse, auf der Schulstraße gegenüber Aldi – überall stehen Autos. Dabei ist das Parken in einer verkehrsberuhigten Zone ausschließlich in gekennzeichneten Flächen gestattet. Davon ausgenommen sind Behinderte.
Und wenn ein Kraftfahrer wirklich nur ganz kurz etwas erledigen muss, das Auto vor der Apotheke stehen lässt, drücken die Politessen öfter als gedacht ein Auge zu, gibt Gisela Niekisch gern zu. Doch wer es mit einem Zettel hinterm Lenkrad übertreibt, der zahlt.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:33 Uhr
Autor: Von Manfred Feller

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