04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Autofahrer ignorieren Schritt-Tempo

Polizei und Politessen sind in Senftenberg Verkehrssündern gemeinsam auf der Spur

Senftenberg Die Senftenberger Innenstadt ist eine verkehrsberuhigte Zone. Viele Kraftfahrer haben keine Ahnung, wie sie sich dort verhalten sollen. Oder sie ignorieren die Regeln. Die Ordnungshüter könnten dort im Minutentakt abkassieren.

Dieser Teil der Schulstraße ist eine verkehrsberuhigte Zone und das Parken nur auf gekennzeichneten Flächen gestattet. Foto: Steffen Rasche Foto: Steffen Rasche
Beim städtischen Ordnungsamt und bei den Revierpolizisten stapeln sich die Beschwerden. In der Innenstadt werde viel zu schnell gefahren und wild geparkt. Fußgänger fühlen sich in der verkehrsberuhigten Zone, in der sie Vorrang haben, oftmals bedrängt.

Für die Revierpolizistinnen Aina Gutschmidt und Kerstin Müller sowie die Politessen Gisela Niekisch und Kerstin Paul Anlass genug für gemeinsame Kontrollgänge. Am Donnerstagvormittag wurde der Anfang gemacht.

Binnen einer Stunde haben Aina Gutschmidt und Gisela Niekisch in der Schlossstraße 32 Fahrzeuge gezählt. „Acht wurden angehalten, weil sie die Schrittgeschwindigkeit von vier bis sieben km/h deutlich überschritten hatten“, so die Polizeibeamtin.

Ohne Messgerät reicht ihre Temposchätzung, um von jedem Sünder 15 Euro Verwarngeld zu verlangen. Doch diesmal bleibt es bei der Belehrung. Die Fahrer sind einsichtig, oftmals aber auch unwissend. „Viele denken, sie befinden sich in einer 30-er-Zone“, hören die Beamtinnen immer wieder. Am Neumarkt passieren 24 Fahrzeuge den Kontrollposten. Sieben Fahrer werden laut Kerstin Müller mündlich verwarnt. Drei sind jedoch so schnell gewesen, dass sie zahlen müssen.

Auf dem Altmarkt am Rathaus ist Markttag. Hausherr ist an diesem Tag die Marktgilde. Falschparker entgehen der Kontrolle. Ansonsten werde dort drei- bis viermal täglich belehrt, aber auch zur Kasse gebeten. Und das bis in den Abend hinein.

Das Parken auf dem Markt ist seit Jahren untersagt und bleibt es nach dem Willen der Abgeordneten. Seit Jahren wird dagegen aber auch mit großer Hartnäckigkeit verstoßen.

Ob auf dem Markt, an der Sparkasse, auf der Schulstraße gegenüber Aldi – überall stehen Autos. Dabei ist das Parken in einer verkehrsberuhigten Zone ausschließlich in gekennzeichneten Flächen gestattet. Davon ausgenommen sind Behinderte.

Und wenn ein Kraftfahrer wirklich nur ganz kurz etwas erledigen muss, das Auto vor der Apotheke stehen lässt, drücken die Politessen öfter als gedacht ein Auge zu, gibt Gisela Niekisch gern zu. Doch wer es mit einem Zettel hinterm Lenkrad übertreibt, der zahlt.
Häufiger Fehler. Auch an der AOK-Kreuzung mit Ritter-, Schul- und Rathausstraße gilt rechts vor links. Der Lkw wartet aber nicht.
Teures Parken am Einwohnermeldeamt. Die Fahrerin dieses Pkw ohne Behindertenausweis zahlt für ihr Vergehen 35 Euro.
Eine gefährliche Ecke. Fahrzeuge, die aus Richtung der ADAC-Geschäftsstelle gegenüber dem Schlossparkcenter kommen (l.), haben Vorfahrt. Die Wartepflichtigen aus Richtung Zentrum erkennen die Ein-/Ausfahrt erst, wenn sie das Haus passiert haben. Fotos/3: Feller
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:33 Uhr
Autor: Von Manfred Feller

Von Manfred Feller

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