08. Februar 2012, 00:00 Uhr

Angriff der Naturgewalt auf Victoria-Böschung

Sanierer sichern Bruchkessel am Großräschener See mit einem starken Schotterbett / Marienstraße gesperrt

Großräschen Die Naturgewalten haben der Böschung des Großräschener Sees unterhalb der Victoriahöhe zugesetzt. Mit einem Schotterbett gebietet die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) dem Wellenschlag jetzt Einhalt – sobald der Frost seine eisige Zange lockert.

Der Anschluss des schiffbaren Kanals des Überleiters 12 vom Geierswalder zum Senftenberger See soll im Frühjahr fertig gestellt werden. Das erklärt Sieghard Balzer, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Derzeit ruhen die Arbeiten. Der Erdaushub werde zum Verfüllen von Tieflagen des Restloches Koschen (Geierswalder See) und für den amputierten Teil der Schwarzen Elster verwendet. Foto: Steffen Rasche Foto: Steffen Rasche
Die Marienstraße, ein Eingangstor zur Seestadt Großräschen, ist gesperrt. RUNDSCHAU-Leser Maik Matschke aus Saalhausen nutzt als Kraftfahrer regelmäßig die Panoramastraße zwischen Großrä schen und Freienhufen. „Es wird davon gesprochen, dass sich etwas gesenkt hat und die Uferkante zum Großräschener See abgebrochen ist“, sagt er.

Der Wellenschlag hatte die Böschung im Sommer des vergangenen Jahres angegriffen. An weiteren stürmischen Herbsttagen gab der gewachsene Boden erneut nach. „Die Bruchstelle wurde frühzeitig erkannt“, versichert Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Das Landesbergamt und die Bergbausaniererin haben entschieden, dass ein Steinverbau errichtet wird, um die Böschung vor weiterem Landfraß zu schützen. Denn noch fehlen dem Großräschener See etwa zehn Meter bis zum Endwasserstand. Dies bietet Wellenschlag und Eisschollen viel Angriffsfläche. Der endgültige Gewässerausbau im Nordbereich folgt aus sanierungstechnischen Gründen planmäßig später. Edgar Förster, der Sachgebietsleiter im Großräschener Bauamt, bestätigt: Die Marienstraße ist bis Anfang April wegen der vorgezogenen Sanierungsarbeiten an der Böschungskante gesperrt. Denn schwere Lkw, voll beladen mit Schotter, müssten sonst quer durch Großräschen rollen. Mehrere tausend Tonnen Schotter werden benötigt, um die Böschung vorerst zu sichern. Das bestätigt LMBV-Projektleiter Rudi Lehmann. Ein mobiler Gurtbandförderer, der mindestens 15 Meter von der Kante des Alttagebaus Meuro entfernt aufgestellt werden muss, wird die Steine über den 30 Meter langen Ausleger zum Abbruchkessel befördern. Derzeit kann allerdings nicht, wie geplant, gearbeitet werden. Bei hartem Frost klebt das Schüttgut zusammen, und der See ist vereist. „Die schiefe Ebene ist hergestellt und das Abkippen grundsätzlich vorbereitet“, erklärt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Die Sanierer stehen in den Startlöchern, um die Arbeiten aufzunehmen, sobald das Wetter dies zulässt. Auch die Stadt Großräschen ist vorbereitet. „Wir haben uns sehr bewusst für den Antransport des Schotters über die Marienstraße entschieden“, erläutert Edgar Förster. Weil die schnelle Direktverbindung zum Ortseil Freienhufen nur fünf Meter breit ist, wurde sie für die Zeit der notwendigen Sanierung gesperrt, um Kollisionen zu verhindern.

 

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Die Baustraße und der Zwischenlagerplatz für das Vorschüttmaterial, das am Großräschener See eingebaut wird, sind hergestellt.Etwa 12 000 Kubikmeter Schotter werden wahrscheinlich benötigt, um die Böschungsabbrüche zu stoppen. Der Einbau des Materials erfolgt auf etwa 200 Metern Uferlänge bis vier Meter über dem derzeitigen Wasserspiegel.
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Erstellt am: 08. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2012, 08:35 Uhr
Autor: Von Andrea Budichund Kathleen Weser

Von Andrea Budichund Kathleen Weser

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