Altdöbern wird zu „Woodstöckchen“
Hippies und KCA-Karnevalisten im närrischen Wettstreit
Die Hippiebewegung hatte in den 60er und 70er-Jahren ihre Blütezeit. Doch in Altdöbern haben die Blumenkinder mit dem Karneval anno 2010 das Zepter übernommen und die kleine Gemeinde kurzerhand zum „Woodstöckchen“ erklärt.
Hippies versus KCA Ein ums andere Mal schicken Hippies mit Hendrix, Joplin oder Cocker Idole ihrer Ära aufs Parkett – Altdöberns Karnevalisten (KCA) antworten mit Funkenmariechen Pauline, Männerballett, Nachwuchsgarde und mit Jason – dem wahrscheinlich jüngsten Standartenträger der Nordhalbkugel. „Das mache ich jetzt immer“, erzählt der Zehnjährige nach seiner Premiere. Mitunter noch jünger sind Mitwirkende vom Akrobatik-Team Niesky. „Seit 28 Jahren begleiten wir an einem Wochenende Altdöberner Karnevalsveranstaltungen“, sagt Gundram Hübner. Über drei Jahrzehnte führt er gemeinsam mit Gattin Heidi Regie über das etwa 30-köpfige Team, wobei ihre Choreografien stets auf die KCA-Mottos ausgerichtet sind. So sind es in diesem Jahr bunt gekleidete Hippies, die menschliche Pyramiden bauen oder per Salto durch die Luft sausen.
Als der Flower-Power-Bus nach „Woodstöckchen“ einbiegt, scheint sich die Waage zugunsten der Blumenkinder zu neigen. Doch die Karnevalisten erwidern mit ihrem ganzen Stolz und schicken die Funkengarde ins Rennen. Das Prinzenpaar hat schließlich ein Einsehen und erklärt den Dreikampf zwischen Karnevalisten, Hippies und Artisten für unentschieden. Chance für Frieden „Give peace a chance“, lautet jetzt das Motto, für das DJ Hor schte die passende Musik im Koffer hat, die wiederum Mitwirkende und Publikum zum Vereinigungstanz aufs Parkett lockt. Nicht auszuschließen ist, dass die Wettbewerbe womöglich erneut ausbrechen und dabei der Schlachtruf „Nicht zögern, Altdöbern“ erschallt.




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