12. Dezember 2009, 00:00 Uhr

Zwei Windrad-Standorte in der Märkischen Heide

Gemeindevertretung stimmt Planentwurf zu

Märkische Heide Die Gemeinde Märkische Heide hat ihre Standorte für Windeignungsgebiete präzisiert. Demnach könnten auf 1,09 Prozent ihrer Fläche Windkraftanlagen (WKA) errichtet werden, wie Carsten Wolff vom Planungsbüro Wolff in Cottbus sagte. Er erläuterte den dritten Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) während der Sitzung der Gemeindevertretung.

Der FNP sieht Konzentrationszonen für Windräder in Biebersdorf sowie Klein Leine/Groß Leine vor. 13 Gemeindevertreter stimmten dem Planentwurf zu, drei sprachen sich dagegen aus.

Christoph Sehmsdorf (Pro Spree und Wald) würde auf das Windeignungsgebiet Biebersdorf verzichten und stattdessen die Eignungsfläche in Klein Leine/Groß Leine erweitern. Seiner Ansicht nach „gibt es neue Erkenntnisse, die gegen ein Windeignungsgebiet in Biebersdorf sprechen“.

Christoph Sehmsdorf verwies auf einen Schwarzstorch, der zumindest im vergangenen Jahr im Umfeld des geplanten Windpark-Areals gebrütet habe, was zu einer Tabuzone für Windräder bis zum Jahr 2015 führe.

Zudem seien das Landesumweltamt, die Stadt Lübben, die zuständge Forstbehörde und der Landkreis Dahme-Spreewald dagegen, bei Biebersdorf Windkraftanlagen zu errichten. „Wenn wir dennoch weiterhin auf diesem Standort bestehen, birgt das ein hohes Konfliktpotenzial in sich“, sagte der Gemeindevertreter.

Ein eventueller Schwarzstorchhorst werde von Fachleuten und nicht von der Gemeinde begutachtet, erklärte Planer Carsten Wolff. Der FNP habe mit dieser Thematik nichts zu tun. Über den möglichen Schwarzstorch, auch über denkbare Ersatzstandorte, werde während des weiteren Verfahrens gesprochen.

Bauamtsleiterin Annett Lehmann verwies auf einen Beschluss der Gemeindevertretung, den Flächennutzungsplan mit den beiden vorgeschlagenen Eignungsgebieten zu präzisieren. „Wenn die Gemeindevertretung jetzt etwas anderes will, müsste sie es auch formulieren“, erklärte sie. „Dann können wir uns jedoch auf eine hohe Schadensersatzforderung einstellen.“

Christoph Sehmsdorf beeindruckte das nicht. „Wenn es neue Erkenntnisse gibt, muss man bestehende Beschlüsse auch mal ändern“, sagte er. „Das hat die Gemeinde doch schon gemacht.“ Sein Fraktionskollege Thomas Jacob findet „die Planung schon gut. Um Schaden von der Gemeinde abzuwenden“, würde er aber ebenfalls „die Chance nutzen, Windkraftanlagen in der Gemarkung Klein Leine/Groß Leine zu konzentrieren. Mit dem jetzigen FNP aber hätten wir Windräder zwischen Lübben bis weit in die Gemeinde Märkische Heide hinein.“

Thomas Jacob sagte, dass es ihm „um die Menschen in unserer Gemeinde geht, nicht um die paar Leute, die mit Windkraftanlagen Geld verdienen“.

Die SPD-Fraktion ist für die beiden vorgesehenen Windpark-Areale, erklärte Bernd Lehmann. Der Gemeindevertreter befüchtet, „dass wir in ein paar Jahren trotzdem über Windräder in Biebersdorf reden, auch wenn wir uns jetzt auf ein großes Windeignungsgebiet in Klein Leine/Groß Leine einigen würden“.

Für Carsten Wolff ist der jetzt bestätigte Entwurf des FNP „das Optimum. Der Plan hat gute Chancen, von der zuständigen Landesbehörde genehmigt zu werden.“ Eine Änderung entsprechender Beschlüsse, „wäre Willkür. Ich hätte aktuell keine Argumente gegen einen Windpark am Standort Biebersdorf.“
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Erstellt am: 12. Dezember 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. Dezember 2009, 16:37 Uhr
Autor: Von Andreas Staindl

Von Andreas Staindl

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