30. August 2010, 00:00 Uhr

Spitzensportler treffen sich in Lübben

Weltmeister und Europacup-Sieger im Behindertensport zeigen im Spreewald ihr Können

Lübben Spitzensportler sind am Samstag nach Lübben gekommen. Sie haben sich in der SpreeArena in der Majoransheide präsentiert. Weltmeister, Europacup-Sieger, Deutsche Meister und Nationalspieler verschiedener Sportarten waren dabei. Sie haben ihre Erfolge allesamt im Behindertensport erzielt. Sportler mit Handicap waren dann auch klar in der Überzahl während des Fests am Samstag.

Alina Rosenberg setzt sich mit Hilfe von Helfern auf das Pferd. Die junge Frau sitzt im Rollstuhl und ist zweifache Deutsche Meisterin im Rollireiten. Foto: asd1 Foto: asd1
Das hatte sich Dr. Georg Schaper schon etwas anders gewünscht: »Unsere Idee war, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben.« Der Mitorganisator musste jedoch eingestehen: »Wir haben Menschen ohne Handicap kaum erreicht. Ich hatte mit viel mehr Lübbenern gerechnet.«

Klasse war dennoch während der Premiere eines solchen Fests zu erleben. Mit Jana Majunke war die vierfache Weltmeisterin im Behindertenradsport nach Lübben gekommen. Sie hatte ihr Renn-Dreirad mitgebracht. Interessierte konnten damit einige Runden drehen. Die junge Frau und der Lubolzer Mario Selbitz gehören international zur Spitze im Behindertenradsport; Selbitz war allerdings nicht anwesend.

Mit Alina Rosenberg war die zweifache Deutsche Meisterin im Rollireiten nach Lübben gekommen. Sie hat sich in den Sattel helfen lassen und einige Runden auf dem Pferd absolviert. Peggy Krusche ist ebenfalls eine erfolgreiche Dressurreiterin. Sie wurde nach nur drei Monaten Training auf Anhieb Deutsche Vizemeisterin. »Es ist also möglich, auch mit Behinderung sportlich erfolgreich zu sein«, sagt Andrea Volkmann. Die Trainerin im Behindertensport hatte gemeinsam mit Georg Schaper die Veranstaltung moderiert und mit anderen Frauen demonstriert, welchen Spaß Rollstuhl-Cheerleading machen kann.

Auf dem Platz nebenan waren die Nummern eins und zwei im deutschen Rollstuhltennis aktiv, in deren Nachbarschaft Sitzvolleyballer. Sigrid Finck ist begeistert von den Leistungen der Behindertensportler, aber auch von der Veranstaltung in Lübben, wie die Vorsitzende des Brandenburgischen Behindertenverbands sagte. Fast 14 000 Mitglieder zähle der Landesverband, und noch einmal so viele Reha-Sportler. Olaf Stobernack vom Arbeiter Samariter-Bund kümmert sich um den Reha-Sport in der SpreeArena: »Wir führen ihn in mehreren Gruppen und auf Verordnung durch«, erzählt der Lübbener. Der Brandenburgische Präventations- und Rehabilitationssportverein und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Lübben gehörten zu den Veranstaltern des Sportfests. »Das Fest ist eine ganz tolle Idee von Georg Schaper und seinem Team«, sagte der Lübbener Gerd Franzka. »Es bringt Behinderte und Nichtbehinderte zusammen, baut Vorurteile ab.« Der Olympia-Medaillengewinner in der Leichtathletik und aktuelle Blindenfußball-Nationalspieler hält es für wichtig, »dass Behinderte aktiv werden, um aus ihrer Lethargie herauszukommen. Es muss ja nicht gleich Leistungssport sein.« Der Sporttag in der SpreeArena sei dafür eine gute Möglichkeit, wie Lübbens Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) sagte. Er würdigte die »private Initiative, die die Veranstaltung ohne viel Geld und hohen organisatorischen Aufwand auf die Beine gestellt hat«.
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Erstellt am: 30. August 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 30. August 2010, 08:17 Uhr
Autor: Von Andreas Staindl

Von Andreas Staindl

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