12. März 2010, 00:00 Uhr

Mit Bildern Energie transportieren im Lübbener Rathaus

Denkanstöße in der neuen Ausstellung im Lübbener Rathaus

Lübben „Exergonische Malerei“ zeigt der Maler und Designer Helmut Wenzel aus Zeesen jetzt im Lübbener Rathaus. Die Exposition mit 28 ausgewählten Werken, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden, ist in dieser Woche eröffnet worden.

Der Begriff komme aus der Chemie und bedeute „Energie abgebend“, erläutert der Künstler. „Meine Energie fließt während des Malprozesses ein und komprimiert sich“, sagt er. Wenn sich der Betrachter einlasse auf eines seiner Bilder, „dann passiert etwas“, so seine Beobachtung. Es berühre ihn stets, zu erleben, dass seine Bilder etwas bewirken und Diskussionen auslösen.

Dem ist auch bei der Ausstellungseröffnung so. In kleinen Gruppen stehen die Besucher vor den Bildern und diskutieren angeregt. Helmut Wenzel malt abstrakt, geordnet und strukturiert durch Farbgebung, bewusste Linienführung sowie gezielte Anordnung geometrischer Formen.

Wenzel stelle sich bewusst in die Tradition klassischer Moderne, hebt Herbert Schirmer in seiner Laudatio hervor. Dabei entstünden Bilder, die jedem eine eigene Interpretation eröffnen.  Sie strahlten Kraft und Energie auf den Betrachter aus, was weit über den künstlerischen Aspekt hinaus reiche, sie als sinnliches Erlebnis erfahren lasse, geht Schirmer auf den vom Künstler selbst gewählten Titel für die Ausstellung ein.



Seine Arbeiten seien in sich geschlossene und autonome Organismen, so der Künstler selbst. Zu Beginn folge er seiner Intuition, Gedanken und Gefühlen. Die weiße Leinwand liege oft in der Waagerechten, damit er sie aus allen Blickwinkeln betrachten und gestalten könne. So entstünden spontan Strukturen, Formen, Farb- und Raumbeziehungen.

Ab einem bestimmten Moment im Malprozess greife er steuernd ein, um einen neuen und unverwechselbaren Bildorganismus zu gestalten. Dieser Punkt sei erreicht, wenn das Bild auf die Staffelei gestellt werde. „Es kommt damit von der Waagerechten in die Senkrechte.“

Der Ausgang bleibe bis zum Schluss offen. Das erhalte die Spannung und Neugier während des gesamten Malaktes, sagt der Maler und Designer. Abgeschlossen sei der Prozess erst, wenn er sicher sei, dass der Organismus funktioniere.

„Ein gutes Bild muss auch auf dem Kopf stehend wirken und ebenso, wenn es in einem Spiegel betrachtet wird“, formuliert Helmut Wenzel seinen künstlerischen Anspruch. Bis zum 16. April sind die Werke des Zeesener Malers im Lübbener Rathaus zu sehen.
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Erstellt am: 12. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. März 2010, 11:00 Uhr
Autor: Von Birgit Keilbach

Von Birgit Keilbach

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