12. März 2010, 00:00 Uhr

Landrat Loge wirbt vor Kreisauschuss für INA Lieberose

Landkreis kann das Projekt finanziell aber nicht stemmen

Lübben Eindringlich hat Landrat Stephan Loge (SPD) vor dem Kreisausschuss für die Internationale Naturausstellung (INA) geworben, die die Region Lieberose mit dem ehemaligen Truppenübungsplatz wirtschaftlich und touristisch beleben soll.

Die Abgeordneten versicherten quer durch die Fraktionen, zu ihrer Verantwortung zu der etwas entlegeneren Ecke des Landkreises Dahme-Spreewald zu stehen. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass finanzielle Unterstützung in Größenordnungen vom Landkreis nicht zu erwarten ist.

Offenheit auf Landesebene

Loge ging es besonders darum, dass nach jahrelangen Diskussionen jetzt auf Brandenburger Landesebene eine Bereitschaft zur Unterstützung da sei. Die INA soll, ähnlich wie die IBA (Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land), eine Reihe von Projekten unter ihrem Dach vereinen, die die Lieberoser Region mit ihrem einzigartigen Naturpotenzial fördern sollen. Sie ordnen sich einem klaren Leitthema unter und sollen der Erschließung allgemein sowie speziell der Verbesserung touristischer Infrastruktur dienen. Die angedachten Investitionen wie ein Park-and-Ride-System sowie ein Netz von Rad- und Wanderwegen summieren sich auf 17,5 Millionen Euro. Damit soll vor allem der jahrelang abgeschottete Truppenübungsplatz, auf dem sich viele seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt haben, zugänglich gemacht werden. 

„Aus der Geschichte kann etwas Klares und Gutes werden“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Wille. „Aber es gibt eine klare Aussage der Kämmerei. Deshalb sollten bei uns alle roten Lampen angehen.“ Die Kämmerei weist auf der ersten Seite der Vorlage darauf hin, dass der Landkreis ab kommendem Jahr mit Haushaltslöchern in zweistelliger Millionenhöhe kämpfen wird. „Und wir schieben große Brocken wie das Wasserreich Spree vor uns her“, argumentierte Wille weiter. Er könne sich schon eher vorstellen, dass der Landkreis zur INA „kleinere Kofinanzierungen“ beisteuert, die Finanzierung – analog zur IBA – aber überwiegend von einem Dritten übernommen wird.

„Wir müssen uns einbringen“

Ganz ähnlich sahen es Martina Eisenhammer (Die Linke) und Dr. Michael Kuttner (CDU). Trotzdem „müssen wir uns dort einbringen, davon bin ich überzeugt“, sagte Martina Eisenhammer.  „Wir stehen in der Verantwortung der Lieberoser Region gegenüber.“ Lutz Krause (UBL) gab zu Bedenken: „In der Verantwortung sind aber auch andere, nämlich die Verursacher der Konversionsflächen.“ Damit werden Gebiete bezeichnet, die lange Zeit militärisch genutzt wurden und nun anderen Aufgaben zugeführt werden sollen. Das ist in der Regel mit viel Aufwand verbunden. In Lieberose beispielsweise stellt sich das Problem der alten Munition, die in Größenordnungen dort noch immer liegt.

Einstimmig einigten sich die Kreisausschussmitglieder darauf, das Thema in den Fachausschüssen weiter zu diskutieren. Mit der Vorbereitung der INA in Lieberose werden sich demnächst die Bau- und Umwelt, Finanz- und Tourismusausschüsse beschäftigen.
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Erstellt am: 12. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. März 2010, 10:54 Uhr
Autor: Ingvil Schirling

Ingvil Schirling

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