09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Kompromiss-Suche zum Radweg in Petkamsberg

Treffen in Lübben soll Sperre verhindern / Spreewaldverein vermittelt / Forderung aus Peitz besteht weiter

Lübben/Schlepzig In den Streit um die Nutzung des Radwanderweges in Petkamsberg kommt noch einmal Bewegung. Dahme-Spreewalds Vizelandrat Carl-Heinz Klinkmüller kündigt für den 20.

Februar ein Treffen aller Beteiligten an, bei dem ein Kompromiss gefunden werden soll. „Unser Ziel ist es, dass der Radweg nicht gesperrt wird“, erklärt der Baudezernent.

Zwischenzeitlich hat er Spreewaldverein in Lübben sich als Vermittler angeboten. Am Tisch von Geschäftsführer Lutz Habermann werde das Treffen stattfinden. „Wir wollen nicht die Besserwisser sein“, sagt Habermann, „aber es muss eine Lösung geben“.

Wie diese aussehen kann, ist allen Beteiligten klar: Es geht um Geld. Denn Hintergrund des Streits sind Forderungen des Eigentümers, der Teichgut Peitz GmbH, nach höheren Ausgleichszahlungen für die Nutzung des Weges. Die Peitzer wollen dafür eine bislang offiziell nicht bestätigte Summe von 15 000 Euro oder mehr, je nach Lesart von Brutto- oder Nettobeträgen.

Die Begründung: Schließlich sei durch die wachsende Zahl der Touristen der „Betriebsablauf gestört“. Zudem gehen Instandhaltung und mögliche Haftungsansprüche nach Unfällen zu Lasten des Eigentümers. Zum aktuellen Stand will sich Teichgut-Geschäftsführer Gerd Michaelis nicht äußern.

Geld ist auch in den vergangenen Jahren geflossen. Gut 9000 Euro stellt der Landkreis Dahme-Spreewald zur Verfügung, etwa 4000 Euro die Stadt Lübben. Der Rest solle nunmehr aus dem Haushalt der Gemeinde Schlepzig kommen, doch diese sieht sich damit finanziell überfordert.

Die Kommunen sollen zahlen, weil sie letztlich am meisten von den Touristen profitieren, die einen der beliebtesten Radwanderwege Brandenburgs ausgiebig nutzen. Alternativen zu der Route durch die Teichgruppe Petkamsberg – etwa zwei Kilometer umfassend – gibt es nicht oder nur auf großen Umwegen oder viel befahrenen Straßen. Eine Sperrung, wie vom Eigentümer in einem Schreiben angedroht, brächte „einen kaum wieder gut zumachenden Imageverlust für alle“, warnt Klinkmüller. „Sonst sind wir bundesweit im Gerede.“

Zumindest haben die Peitzer die bereits angedrohte Sperrung zum Jahresende und eine Frist zum Abbau der Hinweisschilder am Radweg Ende Januar verstreichen lassen.
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Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2012, 11:21 Uhr
Autor: Jan Gloßmann

Jan Gloßmann

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