12. März 2010, 09:17 Uhr

Kleinflugzeug stürzt in Wald nahe Lübben ab

Lübben Ein einmotoriges Kleinflugzeug ist am späten Donnerstagabend im Landkreis Dahme-Spreewald bei Lübben in ein Waldgebiet gestürzt. Entgegen ersten Angaben wurde der 51-jährige Pilot bei dem Absturz schwerer verletzt. Das Handy des Mannes Piloten rettete diesem vermutlich das Leben.

Das abgestürzte Kleinflugzeug im Wald in der Nähe von Lübben und Radensdorf
Das abgestürzte Kleinflugzeug im Wald in der Nähe von Lübben und Radensdorf Foto: Schirling
Der 51-jährige Pilot wird die nächsten Tage und Wochen wohl im Krankenhaus verbringen müssen. Der Mann konnte aber noch per Handy die Flugsicherung über das Unglück informieren. Allerdings war er etwas orientierungslos und dachte, er befindet sich in der Nähe von Lübbenau. Erst durch Ortung seines Handys gelang es 45 Minuten später, ihn in der Nähe von Radensdorf zu lokalisieren. Das teilte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen in Frankfurt (Oder) mit. Der Pilot hatte sich unterdessen selbst aus dem Wrack befreit und war in Richtung Straße gelaufen. Er war noch ansprechbar.

Erst am Montag war im Landkreis Elbe-Elster ein Agrarflugzeug nach der Berührung einer Starkstromleitung abgestürzt. Da im aktuellen Fall der genau Ort der Lufthavarie unbekannt war gestaltete sich die Rettungsaktion schwierig. Das Wrack brannte nicht und lag unbeleuchtet in einem Wald.



Einsatzkräfte am Absturzort bei Radensdorf
Einsatzkräfte am Absturzort bei Radensdorf Foto: Schirling
Sechs Feuerwehren wurden mit 18 Fahrzeugbesatzungen zur Suche und Ausleuchtung der Absturzstelle durch die Leitstelle Lausitz alarmiert. Sie suchten zunächst vergeblich da die Standortangaben der Luftrettung zwei mal korrigiert wurden. Dabei kam auch der Lübbener Hubretter zum Einsatz, aus dessen Rettungsplattform mit einer Wärmebildkamera der aufziehende Nebel durchleuchtet wurde.

„Der Pilot wähnte sich östlich von Lübbenau und konnte nur einen Waldrand und eine hörbare Straße als Hinweise auf seinen zwischen den Bäumen versteckten Aufenthaltsort geben“, so Polizeisprecher Jens Quitschke. „Durch die Ortung seines Mobiltelefones gelang letztendlich seine Rettung da die Angaben um einige Kilometer korrigiert werden konnten. Durch seine Verletzungen hätte er die frostige Nacht vermutlich nicht überstanden.“ Damit sei dies „ein super Beispiel für den Sinn der oft verschrieenen Überwachungsmöglichkeiten. Auch bei normalen Verkehrsunfällen wurden so schon viele Leben gerettet.“ Der angeforderte Polizeihubschrauber kam mit seiner Wärmebildkamera nicht mehr zum Einsatz.



Das abgestürzte Kleinflugzeug im Wald in der Nähe von Lübben und Radensdorf
Das abgestürzte Kleinflugzeug im Wald in der Nähe von Lübben und Radensdorf Foto: Schirling
Der Pilot hatte bei einer ersten Vernehmung angegeben, dass Technik ausgefallen sei. „In dessen Folge streifte er mehrere Baumwipfel des Kiefernwaldes. Dies hat viel Energie absorbiert“, vermutet der Polizeisprecher. Das südlich von Berlin auf dem Flugplatz Schönhagen beheimatete kunstflugtaugliche Schulflugzeug vom Typ „Robin 2160 D“ fiel letztendlich zwischen den Bäumen fast senkrecht zu Boden und kam schwer beschädigt auf dem Fahrwerk zu stehen.

Der Pilot konnte die Trümmer seiner Maschine aus eigener Kraft verlassen und versuchte sich bemerkbar zu machen. Eine von vier eingesetzten Streifenwagenbesatzungen entdeckte schließlich von der Ortsverbindungsstraße Biebersdorf-Radensdorf das weit entfernte und schwache Licht der Taschenlampe des Piloten.

Die Polizei sperrte die Absturzstelle für die Ermittlungen von Kriminaltechniker und Kriminalpolizei weiträumig ab, die Feuerwehr leistete leuchtende Amtshilfe. Der Pilot kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Um 04:35 Uhr rückten die letzten freiwilligen Helfer von der Absturzstelle ab. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat Freitag Vormittag die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Die Polizei blieb bis zum Abtransport des Wracks zur Absicherung vor Ort.  
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 12. März 2010, 09:17 Uhr
Geändert am: 12. März 2010, 18:15 Uhr
Autor: Jens Golombek/dpa/boc

Jens Golombek/dpa/boc

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren