In Lübben machen Windkraftgegner ihrem Frust Luft
Demonstration mit rund 100 Teilnehmern in Lübben / Forderung nach 1500-Meter-Abstandsregelung
Lübben In Lübben haben rund 100 Windkraftgegner gegen den Bau neuer Anlagen demonstriert und ihrer Forderung nach einer Abstandsregelung von 1500 Metern zur Bebauung Nachdruck verliehen. Dabei machten sie aus ihrem Frust gegenüber der Brandenburger Landesregierung keinen Hehl, von der sie sich missachtet fühlen. So war auch der Montag von den Organisatoren der Volksinitiative „Gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windrädern“ sowie dem Verein „Pro Spree und Wald“ ganz bewusst gewählt.
„Menschen ignoriert“ Für Edgar Poethke aus Wittmannsdorf ist es „unerträglich, wie die Menschen ignoriert werden“. Er sagt: „Nicht nur die Landschaft, sondern auch die Grundstücke werden dadurch entwertet.“ Die Gewinne kämen zudem nicht den Gemeinden zugute, sondern fließen in die Taschen der Investoren, die zumeist gar nicht in Brandenburg lebten. Auch das ärgert ihn: „Das Land missachtet seine eigenen Gesetze, was den Naturschutz angeht.“ Auch die beiden 15-jährigen Freundinnen Franziska Görick und Isabell Malohn haben sich in den Demonstrationszug eingereiht, der von der Postmeilensäule aus eine große Runde um den Lübbener Marktplatz macht. Franziska stammt aus Klein Leine. Dort sollen fünf neue 105 Meter hohe Windräder gebaut werden (die RUNDSCHAU berichtete). „Wir sind nicht komplett gegen die Windkraft, aber wir fordern, dass ein Mindestabstand von 1500 Metern zu den Dörfern eingehalten wird“, erklärt Franziska. Auch wenn der Bau der Anlagen in Klein Leine trotz der juristischen Anstrengungen durch die Gemeinde Märkische Heide nicht verhindert werden sollte, „so darf das in anderen Dörfern nicht auch noch passieren“, erklärt sie. Deshalb sei sie bei der Demonstration dabei und ihre Freundin aus Lübben unterstützt sie.
22 000 Unterschriften Die Volksinitiative nutzt die Gelegegenheit weitere Unterschriften zu sammeln. Damit will sie erreichen, dass sich der Brandenburger Landtag mit eine Abstandsregelung von 1500 Metern zur Bebauung befasst. Die Aktivisten wollen erreichen, dass dieser Mindestabstand ins Gesetz geschrieben wird. Damit die Landespolitiker das Thema jedoch überhaupt erst einmal diskutieren, sind 20 000 Unterschriften notwendig. Eigenen Angaben zufolge hat die Volksinitiative bereits 22 000 gesammelt. Sprecher Thomas Jacob hat eigenen Worten zufolge vonseiten der Politik bislang nur Ablehnung erfahren – sei es von den Landtagsabgeordneten der Region oder dem Landeschef. Die Demonstranten und die Organisatoren sind sich jedoch sehr wohl bewusst, dass im September ein neuer Landtag gewählt wird. So spricht Jacob den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) auch direkt an: „Herr Platzeck, vergessen Sie nicht die Stimme des Volkes. Die hat schon manches zum Wanken gebracht.“
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Erstellt am: 21. April 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 21. April 2009, 14:25 Uhr
Autor: Von Peggy Kompalla




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