08. Juli 2010, 00:00 Uhr

Feuerlöscher selbst gemacht

Brandschutzerziehung der Kidsfeuerwehr in Drahnsdorf

Drahnsdorf Der Monitor brennt lichterloh. Mutig packt die achtjährige Jasmin den Feuerlöscher und erstickt die Flammen. Der brennende Computer auf dem Schulhof der Drahnsdorfer Grundschule ist nur inszeniert. Er ist Teil einer Brandschutzerziehung, bei der die Kinder spielerisch lernen, im Notfall richtig zu handeln.

Jasmin (8) löscht einen brennenden Monitor mit einem Feuerlöscher. Christian Liebe, Sachbearbeiter im Brandschutz des Landkreises erklärt den Kindern, wie sie einen Feuerlöscher richtig benutzen. Foto: Preiß Foto: Preiß
Es gibt einen Knall, dann fängt der Monitor Feuer. Jasmin wuchtet den Feuerlöscher an die Flammen heran. »Nicht zu nah«, warnt Christian Liebe, Vorsitzender des Jugendkreisfeuerwehrverbandes des Landkreises Dahme-Spreewald. Er erklärt den Kindern, wie sie den Feuerlöscher bedienen. Dann darf jeder mal löschen.

»Ganz schön schwer«, sagt die zierliche Jasmin. »Aber wenn es mal brennt, weiß ich jetzt, wie der Feuerlöscher funktioniert.« Die Achtjährige und ihre Mitschüler lernten an dem Feuerwehrtag in der Grundschule Drahnsdorf vieles zum Thema Feuer und Brandschutz. Stefanie Brost von der Kidsfeuerwehr Golßen zeigte den Kindern an einem Rauchhaus, das aussieht wie ein Puppenhaus, wie schnell sich Rauch ausbreiten kann. »Ihr dürft Euch auf keinen Fall verstecken, sondern müsst so schnell wie möglich aus dem Haus.« Stefanie Brost, eigentlich Finanzbeamtin, ist ehrenamtliche Brandschutzerzieherin. Sie hat einen entsprechenden Lehrgang abgelegt und ist regelmäßig in Schulen unterwegs. »Viele Kinder wissen leider nicht, wie sie im Notfall reagieren müssen.« Mit den Kindern übt sie deshalb den Notruf.

Einer nach dem anderen bekommt ein Bild gezeigt, auf dem eine bestimmte Notfallsituation zu sehen ist. Die zehnjährige Josephine sieht einen Ertrinkenden. Sie wählt auf einem Simulationstelefon die 112. Am anderen Apparat meldet sich Stefanie Brost mit: »Leitstelle Lausitz, wie kann ich helfen?« Josephine gibt ihren Namen und ihren Wohnort durch und erzählt kurz, was passiert ist. Ruhig bekommt sie von Stefanie Brost Anweisungen.

Den Kindern soll die Scheu vorm Telefonieren genommen werden. »Im Notfall zählen Sekunden. Da müssen die Kinder schnell reagieren.« Für die Brandschutzerziehung nimmt sich Stefanie Brost für jede Schulklasse eigentlich ein bis zwei Tage Zeit. An der Grundschule Drahnsdorf hatte sie für sechs Klassen einen Tag. »Das ist eigentlich zu knapp.« Doch die Drahnsdorfer Schüler sollen die letzten Tage an ihrer Schule sinnvoll nutzen, bevor sie zum Ende des Schuljahrs schließt, sagt Lehrerin Jana Arndt. »Viele Schüler haben schon letztes Jahr den Feuerwehrtag mitgemacht. Für sie ist es gut, das Ganze noch mal zu wiederholen.«

Im Physikraum experimentieren die Fünftklässer. Emilia, Christoph, Katlyn und Emilia basteln einen Feuerlöscher aus einer Plastikflasche, in der sie Wasser, Essig und Backpulver mischen und dann den Deckel mit einem Strohhalm draufdrehen. »Achtung«, ruft Christoph, und aus dem Strohhalm sprudelt Wasser. »Durch die Reaktion baut sich Druck auf, deshalb schießt das Wasser aus der Flasche. Ähnlich wie beim Feuerlöscher«, hat Christoph gelernt.

Die Versuche finden die Schüler toll, weiß auch Stefanie Brost: »Die Kinder sind wissbegierig und fragen immer wieder nach.« Durch die Brandschutzerziehung konnte sie auch schon einige Schüler für die Jugendfeuerwehr begeistern.
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Erstellt am: 08. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Juli 2010, 09:06 Uhr
Autor: Von Juliane Preiß

Von Juliane Preiß

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