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Lübben

Einmal Spreebrücke rot-weiß

Lübben Ende Juni dieses Jahres ist die Spreebrücke nach neunmonatiger Bauzeit und rund 900 000 investierten Euro aus Mitteln von Stadt, Land und Bund eröffnet worden. Jetzt sorgt ein weißer Belag auf den roten Klinkern der Brückenmauern für Handlungsbedarf: Die Stadt Lübben und das ausführende Bauunternehmen haben bereits veranlasst, dass die Ausblühungen auf dem Mauerwerk untersucht werden.

07.09.2010
Selbst aus der Entfernung ist auf der neuen Spreebrücke der weiß verfärbte Klinkerstein zu erkennen.
Es blüht auf der Lübbener Spreebrücke. Nicht in Form von Geranien oder Petunien, sondern als feiner weißer Belag auf den Klinkern im Brückenmauerwerk. Dem Lübbener Siegfried Richter sind die Ausblühungen schon vor einiger Zeit aufgefallen. »Ein Bekannter von mir ist der Meinung, dass im Mörtel zu viel Kalk verwendet wurde«, erzählt der 72-jährige Lübbener. Auch am Wehr beim Strandcafé hat er den weißen Belag ausgemacht, wenn auch nicht so ausgeprägt wie auf der Spreebrücke.

Auf den Anblick aufmerksam geworden sind auch die Stadt und die bauausführende Firma. »Es wurden Proben von dem Belag genommen, die jetzt ein Labor untersucht«, so Stadtsprecherin Hannelore Tarnow. »Wir gehen aber davon aus, dass es sich dabei um einen normalen Vorgang handelt.« Die Stadt habe den Sachverhalt an das Bauunternehmen Kussatz & Schuster weitergeleitet. Geschäftsführer Jörg Schuster sieht in dem weißen Belag ebenfalls keinen Grund zur Beunruhigung: »Klinkerstein besteht aus mineralischen Stoffen, unter anderem sind Salze in dem Material enthalten. Zum Teil werden diese beim Brennen neutralisiert, Spuren bleiben aber immer zurück.« Die lange Regenzeit habe die mineralischen Stoffe herausgewaschen. Trocknet die Mauer wieder, kristallisieren sich die gelösten Substanzen bei unglasierten Klinkern direkt als weißer Belag an der Oberfläche.

»Bisher liegt kein Baumangel an sich vor«, erklärt Jörg Schuster. »Möglich ist, dass sich der Vorgang noch zwei- bis dreimal wiederholt, dann aber Schluss ist.« Da sich an der Brückenmauer verhältnismäßig große Kristalle gebildet haben, sollen die Laborergebnisse nun klären, um welche Art und Konzentration von Salzen es sich handelt. Beschädigen könne der weiße Überzug den Stein jedoch nicht. »Das passiert nur durch Salpeter und darum handelt es sich hier nicht, da die Mauer von allen Seiten umlüftet ist.«

Kalk im Mörtel, so Jörg Schuster, sei jedenfalls nicht für das Ausblühen verantwortlich: »Es wurde bewusst ein hochwertiges Fugenmaterial gewählt. Die Ausblühungen müssen daher aus dem Stein selbst kommen.« Gewählt habe den Stein das Planungsbüro: »Vollklinker ist im Brückenbau eine gängige Wahl«, sagt Schuster. Zu Leibe rücken lässt sich dem Belag nach Angaben des Baufachmanns meist schon erfolgreich mit Bürste und Wasser. Wenn nötig, könne der Hersteller auch auf Verfahren wie das Hydrophobieren zurückgreifen. Dabei werde der Stein mit speziellen Mitteln gegen äußere Einflüsse versiegelt. Zusätzliche Kosten sollen der Stadt durch die kosmetische Behandlung nicht entstehen. »Es ist Sache des Herstellers, diesen Belag zu entfernen oder jemanden damit zu beauftragen«, so Jörg Schuster. Für das Bauwerk an sich steht die Firma Kussatz & Schuster fünf Jahre lang in der Garantie.
Der ergiebige Regen der vergangenen Wochen soll im Stein enthaltene mineralische Stoffe ausgewaschen haben. Fotos: han

Von Stefanie Hanus
 
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