Ein Götze im Ausflugsparadies
Studenten der Uni Cottbus planen Innenraum und Umfeld der Slawenburg Raddusch
Raddusch Die Slawenburg Raddusch als lohnendes familienfreundliches Ausflugsziel mit Anspruch und Kurzweil für einen ganzen Tag lang – so sehen Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) die Zukunft des Projektes der Internationalen Bauausstellung.
Für die beiden Siegerinnen Susann Seifert (23) und Beatrice Kutzscher (24) war es wichtig, einen attraktiven Fuß- und Radweg anzulegen, der auch bis Raddusch führt. Schließlich gäbe es keine akzeptable Verbindung zwischen dem Bahnhof und der Burg.
Nach Auffassung von Ulrich Sasse, der den Werdegang der Radduscher Burganlage als Architekt seit 17 Jahren begleitet, ist es den beiden Studentinnen gelungen, das Umfeld für eine längere Verweildauer optimal zu gestalten. Eine Kultstätte haben sie der einzigen slawischen Götterfigur der Niederlausitz, dem Götzen von Raddusch, und weiteren Naturgottheiten gewidmet. Dem Götzen sind sie in der ständigen Ausstellung begegnet. Für die Lusizi, einen slawischen Stamm, ist der Götze ein einmaliges Zeugnis ihrer religiösen Vorstellungen. Bei ihm handelt es sich um eine schlichte Eichenbohle mit angedeutetem Halsschmuck und einem Loch im Brustbereich. In ihm vereinigen sich Verehrung und Wünsche der Slawen, die vor mehr als 1000 Jahren in der Niederlausitz lebten.
Bepflanzungen auf Schilfbeeten, Inseln, auf denen die eigene kleine Slawenburg gebaut werden kann, eine Spielfläche für Kinder mit Kletterturm und Blick zum Bischdorfer See gehören zum Gesamtbild dieses Ausflugsziels.
Noch in diesem Jahr soll nach Angaben von Harriet Bönisch, Geschäftsführerin des Fördervereins Slawenburg Raddusch, ein Zaun weiträumig um die Slawenburg gezogen werden. „Schließlich wird das Gelände, das zur Burg gehört, gestaltet, bewirtschaftet und gepflegt. Die Kasse wird demzufolge nach draußen verlagert“, so Harriet Bönisch.
Nach den Vorstellungen von Karoline Wegner (25) und Jörg Burkart (23) wird der hölzerne Ochse, der jetzt vor einem Wagen auf dem Burggelände steht, nach vorn verlegt als das Willkommenssymbol. Streichelzoo, Wissenswald, ein Testacker zum Bestellen und eine Grabungsstelle für Besucher gehören zum zweitplatzierten Vorschlag mit vielen Ideen aus der Museumspädagogik. Das war auch Silvia Schulz (23) und Wolfram Schneider (25) wichtig. Sie würden den Besuchern anhand praktischer Beispiele die Holzverarbeitung bei den Slawen zeigen wollen. Gleich nahe dem Eingang zum Burgwall soll das vom Wald über die Rodung, Lagerung bis zum Burgwallbau demonstriert werden. Den Zeitsteg wollen beide um einen Kultursteg erweitern.
„Die fünf Arbeiten der Cottbuser Studenten sind noch in diesem und voraussichtlich auch im kommenden Monat in der Slawenburg zu besichtigen. Ich sehe die Arbeiten als ein Gewinn, auch wenn derzeit die finanziellen Mittel zur Umsetzung der einen oder anderen Idee fehlen“, erklärt Harriet Bönisch.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:38 Uhr
Autor: Hannelore Kuschy

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