Dahme-Spreewald-Müll wird in Niederlehme verwertet
Die neue Müll-Restbehandlungsanlage in Niederlehme geht nach der halbjährigen Probephase in den normalen Arbeitsbetrieb über. Foto: Uta Schmidt
«Seit Mitte März erfolgen die Auswertung der Parameter, die endgültige Abnahme der Anlage für unsere Vertragspartner und die mögliche Restmängelbeseitigung» , informierte Mario Kirsch, Technischer Leiter des Zweckverband Abfallbehandlung Nuthe-Spree (ZAB) die Kreistagsabgeordneten des Bau- und Umweltausschusses.
Seit der Inbetriebnahme im Juli 2006 seien in diesem knapp 50 Millionen Euro teuren Bau über 45 000 Tonnen Abfall verwertet und in einem umweltverträglichen Prozess 21 500 Ersatzbrennstoffe gewonnen worden. Die Anlage sei zu 85 Prozent ausgelastet.
Sowohl Hausmüll als auch Gewerbeabfall aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Oder-Spree werden Kirsch zufolge in Niederlehme mechanisch zerkleinert und biologisch getrocknet. Um die Anlage, die bei der Planung auf 135 000 Jahrestonnen Abfallmenge ausgelegt worden war, noch besser auszulasten, würden inzwischen auch 80 Prozent des Hausmülls und Gewerbeabfalls des Landkreises Elbe-Elster nach Niederlehme gehen. Weitere freie Kapazitäten seien vorhanden.
«Das ist ein ganz normaler Prozess, denn die Anlage wird nach und nach hochgefahren. So können wir problemlos noch weitere 25 000 Tonnen Hausmüll verwerten» , sagte Kirsch. Derzeit seien 15 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb beschäftigt.
Nach dem Zerkleinern und Trocknen des Abfalls würden die leichten und schweren Bestandteile voneinander getrennt, erklärte Kirsch. Ein Brennstoff entstehe, der dem Energiekreislauf wieder zugeführt werden könne. «Aus 100 Prozent Abfall gewinnen wir 53 Prozent Brennstoff, fünf Prozent Metall und zwölf Prozent Mineralien» , so Kirsch. Bisher seien beispielsweise 1200 Tonnen Eisenmetalle dem Müll entzogen worden. Der als Fluff oder Pellets wieder verwendbare Brennstoff gehe an Braunkohlenkraftwerke und Zementwerke. Partner bei der Abnahme sei bisher ausschließlich Vattenfall. In den Kraftwerken Schwarze Pumpe und Boxberg würden die Pellets verbrannt. «45 Lastzüge mit Material verlassen pro Woche den Hof. Wir werden ihn zu günstigen Konditionen los» , ergänzte Lutz Pätzold, Chef des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbandes (SBAZV).
Auch die Fragen einer möglichen Geruchsbelästigung wurden angesprochen. «Durch Unterdruck in den Hallen können keine Gerüche nach außen dringen. Es gibt bisher keinerlei Beschwerden von Anwohnern» , so Kirsch. Außerdem kontrolliere das Landesumweltamt regelmäßig die Anlage.  (usch)