08. Februar 2010, 00:00 Uhr

Butzener Fastnachtszug vom „Winterdienst“ begleitet

Zamperfreunde tanzen mit „Passat“ bis in den Morgen

Butzen Eine bunt kostümierte Gruppe ist am Wochenende durch Butzen gezogen. Auf ihrer Tour durch den Ort sammelten die Zamperer traditionell Eier, Speck und „Pinke“.

In Butzen ließen sich am Wochenende Autofahrer wie Einwohner auf die Zamperlaune ein. War die Spende gegeben, wurde zum fröhlichen Tänzchen gebeten. Foto: Andreas Zöllner Foto: Andreas Zöllner
Streuwagen auf Tour

Begleitet wurde der Zampertross auch in diesem Jahr von einem außergewöhnlichen Gefährt. Diesmal wurde ein Anhänger kurzerhand zum „Streuwagen“ umgebaut und durch den Ort gezogen. „Es ist in Butzen Tradition geworden, dass wir einen kleinen Wagen mit auf Tour nehmen. Das wird von der Dorfjugend jedes Jahr gemacht“, erklärte Daniel Zimmer. Auch die Kostüme würden die Jugendlichen ihrem selbst ausstaffierten Fuhrwerk anpassen. „Nachdem wir zuletzt als Holzhaie und Angler unterwegs waren, sind wir in diesem Jahr der Winterdienst.“ Diese Wahl sei passend zur aktuellen Wetterlage getroffen worden. So waren die Butzener Jugendlichen mit reichlich Streugut und Schneeschaufeln für den „Winterkampf 2010“ gerüstet. An jeder Hofeinfahrt, auf der es glatt war, nahmen die jungen Butzener ihre Aufgabe vorbildlich wahr und streuten mit Sägespänen und reichlich Konfetti.

Der knallig orange-farbene „Streuwagen“-Anhänger war mit einem Stromaggregat ausgerüstet, sodass nicht nur eine Musikanlage mit Energie versorgt werden konnte. Auch der mitgeführte Glühwein konnte warm gemacht werden – denn die Versorgung mit wärmenden Getränken sei während der kalten Jahreszeit ebenso „Aufgabe des Butzener Winterdienstes“, sagte Daniel Zimmer.

Am Dorfgemeinschaftshaus hatten sich die Anwohner am Vormittag getroffen und auf den bevorstehenden Marsch eingestimmt. Angeführt von den „Caminchener Blasmusikanten“ zogen die schrill und frech verkleideten Gestalten los und machten an jedem Haus Halt, um die Butzener Einwohner mit einem Schnaps, einem Tänzchen und jeder Menge guter Fastnachtslaune zu versorgen.



Immer wieder hielten auch Autofahrer an, um den Zamperern ein paar Münzen in ihre Klimperdosen zu stecken.  Manch einer traute sich sogar aus seinem Wagen heraus, um an Ort und Stelle ein Tänzchen mit den Zamperern zu wagen.

Zum ersten Mal mit von der Partie war in diesem Jahr der Butzener Gunnar Burdack. „Ich bin ein echter Fastnachtsdebütant“, gab er zu. Nachdem nun schon ein paar Jahre vergangen sind, seitdem er zugezogen ist, ließ er sich in diesem Jahr vom Butzener Fastnachtsfieber anstecken. „Mein Nachbar hat mich überredet, mal mitzumachen“, gestand Burdack. „Es ist zwar anstrengend, aber es macht Spaß.“ Er war als Bäcker verkleidet und hielt in seinem Brotkorb einige Leckereien versteckt. „Ich habe Vollkornbrot dabei“, deutete er auf einen Laib, der seinem Namen alle Ehre machte und voller „Korn“ war.  Davon ließ er die Anwohner, als Dank für die Spenden, natürlich gern einmal naschen.



Temperaturen getrotzt

Überall wurde der Fastnachtszug von den Butzenern mit Kaffee, Tee und anderen wärmenden Getränken versorgt, sodass es den Zamperern leichter fiel, den Temperaturen zu trotzen. „Aber eigentlich“, schätzte Marie Stegk ein, „kann man beim Zampern gar nicht frieren. Man muss nur genug tanzen und trinken“, sagte die Rentnerin. „So haben wir das früher auch gemacht“, berichtete sie von vergangenen Zampertagen und verteilte ihre Münzen.

„Egal welches Wetter, egal welches Alter – die Butzener sind immer dabei und halten die Tradition aufrecht“, erklärte Ortsvorsteher Hilmar Möller stolz. „Das zeichnet unsere Fastnacht aus“, so der erfahrene Zamperer, der seit über 30 Jahren in Butzen dabei ist.

Nachdem die Münzen gezählt und die Eier in Sicherheit gebracht waren, begann am Abend ab 19.30 Uhr der Tanz.  Zu einem bunten, abwechslungsreichen Musik-Mix der Band „Passat“ aus Neuzelle wurde im Dorfgemeinschaftshaus bis in die Morgenstunden gefeiert und getanzt.

Bilder und weitere Informationen zum Thema unter www.lr-online.de/zampern
Bilderstrecke Lausitz | 08.02.2010
Zampern in der Region
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Erstellt am: 08. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2010, 14:39 Uhr
Autor: Andreas Zöllner

Andreas Zöllner

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