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Lübben

Bürgerbus soll ab Frühjahr rollen

Spätestens ab dem fortgeschrittenen Frühjahr soll im Amt Lieberose/Oberspreewald ein Bürgerbus rollen. Über das auf ehrenamtlicher Arbeit fußende Projekt sollen abgelegene Dörfer mit zentraleren Orten besser als bisher verbunden werden. Abhängig ist das Gelingen vom Engagement der Menschen.

09.02.2010
„Bürger fahren für Bürger“, das ist der Leitgedanke des Verkehrsprojektes, das es in Brandenburg erst dreimal gibt. Der Bürgerbus im Amt Lieberose/Oberspreewald wäre der vierte. Dafür werden aktuell zehn bis 15 ehrenamtliche Fahrer gesucht.

„Wir saßen in Lieberose zusammen“, erzählt Heiko Jahn von der Tourismus-Entwicklungs-Gesellschaft (TEG) Lieberose/Oberspreewald, „und überlegten, wie wir die hohe Arbeitslosigkeit dort verringern können.“ Klar ist, dass die weiten Entfernungen und der auf Schülerverkehr konzentrierte öffentliche Nahverkehr es schwer machen, Arbeit zu finden. Zudem, so Jahn, habe der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) informiert, dass er mit den großen Bussen aus betriebswirtschaftlichen Gründen die dünn besiedelten Gebiete bald nicht mehr anfahren kann. „Es werden Leute abgeschnitten sein“, schlussfolgert Jahn.

LDS-Beigeordneter Carsten Saß (CDU) habe auf das Konzept der Bürgerbusse aufmerksam gemacht. Um das Projekt im Amt Lieberose/Oberspreewald aufzubauen, „ist bereits ein Verein gegründet worden“, so Heiko Jahn. Das Angebot des Bürgerbusses verstehe sich nicht als kommerzielles Unternehmen, das Taxi-Betrieben oder der RVS Konkurrenz machen wolle, sondern als Ergänzung zu den Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs. Gemäß dem Leitsatz „Bürger fahren für Bürger“ läuft die Organisation über einen Verein. Die Fahrer sind ehrenamtlich tätig und bekommen eine Aufwandsentschädigung.

Über die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hinaus sollen somit der Besuch von Verwandten, Einkäufe oder Arzttermine erleichtert werden. Das Fahrzeug selbst werde vom Land über Lottomittel finanziert. „Der Antrag ist gestellt“, sagt Jahn. „Jetzt brauchen wir Leute, die für das Projekt brennen.“

Jahn möchte mehr Vereinsmitglieder gewinnen und potenzielle Fahrer ausfindig machen. Der künftige Fahrplan ist zwar verbindlich, bietet aber auch Flexibilität. Beispielsweise kann im Sommer eine Bäderlinie zum Briesener See eingerichtet oder zu großen Veranstaltungen gefahren werden. „Damit wollen wir das Miteinander in den Gemeinden unterstützen“, sagt Heiko Jahn.

Von Ingvil Schirling
 
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