03. Februar 2012, 00:00 Uhr

Auf der Suche nach Seeadler und Schleiereule in Luckau

Luckauer Kinder sind mit der Sielmann-Stiftung in der Stadt unterwegs, um Spuren der Tiere zu finden

Luckau Elegant dreht ein Seeadler seine Kreise über der Luckauer Südpromenade. Schnell ist er ins Visier der Fernrohre der Ferienkinder genommen. Anke Reimer und Monika Gierach von der Sielmann-Stiftung führen die Mädchen und Jungen durch die Gartenstadt. Die Gruppe ist auf der Suche nach wilden Tieren.

In den Türmen der Nikolaikirche finden Turmfalken und Schleiereulen perfekte Brutplätze vor. Gespannt suchen die Ferienkinder das Gemäuer nach den Einflugschneisen ab. Foto: Henry Blumroth / blu1 Foto: Henry Blumroth / blu1
„Die Chancen stehen gut, Spuren wilder Tiere zu entdecken“, sagt Monika Gierach zu Beginn der Expedition. Schließlich sei die Gartenstadt ein guter Rückzugsort gerade für die Vögel in der kalten Jahreszeit. So richten sich die Köpfe der jungen Wanderer vor allem in die Baumkronen. Jyannik zeigt sich als guter Nachwuchsornithologe. Der Singstimme eines Gimpels kommt er ebenso auf die Spur wie zahlreichen Spatzen, die in Richtung Capitol aufbrechen. „Eigentlich interessiere ich mich nicht so für Vögel, aber ich kenne sie“, sagt der Achtjährige. Gemeinsam mit seiner Großmutter aus Dahme hat sich der junge Glieniger auf den Weg in die Berstestadt gemacht.

Dass es dort nicht nur über den Köpfen etwas zu entdecken gibt, erklärt Monika Gierach: „Wir könnten auch auf die Fährten oder den Kot von Füchsen und Waschbären stoßen.“ Auf einer Holzbrücke unweit der Kulturkirche entdeckt die Truppe eine verpuppte Sackträgermotte, die sich unter einem Balken versteckt hat, um später als Schmetterling zu schlüpfen.

Auch wahre Exoten hätten in Luckau ein Zuhause gefunden, weiß der erwachsene Expeditionsteilnehmer Jörg Kamberg aus Wierigsdorf. Vor allem am Luckauer Bahnhof habe er in den vergangenen Jahren eine Schildkröte beobachten können. „Das ist möglicherweise ein ausgesetztes Mitbringsel aus Osteuropa“, sagt Anke Reimer. Möglicherweise handle es sich um eine Sumpfschildkröte, erklärt die Umweltpädagogin.

Mit vielen Fragen werden die Expertinnen von der Sielmann-Stiftung gelöchert. „Könnte es auch Wölfe in langen Wintern in die Stadt verschlagen?“, fragt Jonas (12). „Nein. Für Isegrim ist gerade die kalte Jahreszeit ein Paradies“, sagt Anke Reimer. Denn neben dem großen Angebot an Wild in der Region könnten sich die Beutetiere beispielsweise bei Schnee nur schwer in Sicherheit bringen. Der Wolf sei zu schnell und durch seine Eigenschaft, kranke Tiere zu beseitigen, auch noch ein Nutztier.

Bei einer Pause an der Nikolaikirche richten sich die Blicke wieder nach oben. Turmfalken und Schleiereulen würden in den Holzkästen in den Türmen friedliche Brutplätze vorfinden. In nicht ganz so kalten Jahreszeiten belagern viele Fledermausarten den Dachboden der Hallenkirche, erzählt Anke Reimer im Inneren des Gotteshauses. „Es ist interessant, wie viele Tiere sich in der Stadt wohlfühlen. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt Jonas kurz vor der letzten Station der städtischen Erkundungstour.

Mit einem Aufstieg auf den Hausmannsturm begeben sich Jung und Alt über die Dächer Luckaus. Vor allem dem Kot von Abendseglern und Turmfalken kommen sie auf die Spur.

Jyannik ist sich mit seiner Großmutter Gudrun Lehmann einig: „Wir haben nicht nur viel über das tierische Leben in der Stadt gelernt, sondern auch zum ersten Mal die Nikolaikirche und den Hausmannsturm von innen gesehen. Die Fahrt hat sich gelohnt.“
Eine Schleiereule im Flug.Foto: Marschner Foto: Marschner
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Erstellt am: 03. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 03. Februar 2012, 11:58 Uhr
Autor: Von Henry Blumroth

Von Henry Blumroth

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