„Märkische Hupfdohlen“ schlagen dem Alter ein Schnippchen
Groß Leuthen
Auf dem Sofa sitzen und untätig dabei zusehen, wie der Lebensabend verfliegt – das ist ganz und gar nichts für die „Märkischen Hupfdohlen“. Die überaus agile Senioren-Gruppe aus der Gemeinde Märkische Heide hat sich in Ermangelung anderer Angebote selbst um eine Freizeitbeschäftigung gekümmert. Den Titel dieser RUNDSCHAU-Serie „Über 50 – mitten im Leben“ können die Damen nur unterstreichen.
Sie Seniorinnen um Adelheid Schröter (v.l.) fühlen sich noch topfit. Foto: Hecht
Sinnbildlicher als in der ehemaligen Groß Leuthener Schule geht es vermutlich kaum. Wo einst Kinder und Jugendliche durch die Gänge tobten, schwingen heute Senioren das Zepter. Der demografische Wandel lässt grüßen. Zweimal wöchentlich treffen sich hier die »Märkischen Hupfdohlen«, um an ihrem Programm zu feilen. Einen besseren Namen hätte sich die Gruppe kaum geben können. Denn er passt zu den frohgestimmten Damen jenseits der 60, denen ein eher langweiliger Titel wie »Lustige Senioren« ganz und gar nicht gerecht werden würde. Denn die »Hupfdohlen« sind nicht nur unermüdlich in ihrem kulturellen Engagement, sondern auch voller Witz und Selbstironie. »Dieser Spruch, dass Rentner niemals Zeit haben, der stimmt. Ich muss mir fast schon eine Haushälterin suchen«, sagt Adelheid Schröter schmunzelnd. Die 63-Jährige hält als Jüngste die Fäden in der Hand und leitet die singenden und tanzenden Senioren an, wenn es darum geht, das Programm für den Fasching, das Sommerfest oder die Kirmes einzustudieren. Dieses regelmäßige Beisammensein in der Gruppe will niemand mehr missen. »Wir kommen sehr, sehr gerne her«, sagt die 67-jährige Siegrid Leberecht. »In unserer Runde wird viel gelacht, und hier können wir jung gebliebenen Rentner uns mal richtig austoben.« Hildegard Koschela pflichtet ihr bei. »Zu Hause allein macht man doch nichts«, sagt die 66-Jährige. Im angestammten Klassenzimmer der alten Schule hingegen geht es zur Sache. Wenn Adelheid Schröter den CD-Player bestückt hat, gibt es kein Halten mehr. Dann wird getanzt und gesungen, während es immer wieder »Yiiiehaaa« aus den Fenstern schallt. Bei Textunsicherheiten wird herzlich gelacht, auch dann, wenn es bei den Schrittfolgen mal hapert. »Wir sind nun mal keine Grazien«, erklärt Ulla Rahmig (68). Lautstarke Meckereien gibt es nicht. Hier herrscht die Gelassenheit des Alters. Ein einziger Mann mischt sich hin und wieder unter die »Hupfdohlen« - Wilfried Krauße. Doch meistens sind die Damen unter sich. »Frauen haben mehr Power«, weiß Anneliese Jesse. »Wehwechen lassen wir uns nicht so anmerken«, so die mit 73 Jahren Älteste im Bunde. »Wir sind gesundheitlich alle ein bisschen angeknackst«, fügt Adelheid Schröter hinzu, »aber die Bewegung tut uns gut.«Und so werden sie wohl noch lange weitertrainieren, singen, tanzen und vor Publikum im Amt Märkische Heide auftreten. »Solange wir noch hüpfen können«, meint Anneliese Jesse. Hildegard Koschela bekräftigt: »Wir lassen uns nicht unterkriegen.«www.lr-online.de/ue50
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